Valencia Camping
- Judithsvilla
- 12. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Camping Edén
Auf Gut Glück starten wir zu Camping Edén. Auf unsere Anrufe reagiert niemand, wir sind mittlerweile daran gewohnt. Der Campingplatz liegt am Strand und ich kann fussläufig mit den Kindern zur Stadt - absolute Seltenheit. Daher ist es den Versuch wert. Mein Mann hüpft zur Rezeption rein, vor ihm 2, hinter ihm eine andere Person. Die letzten 4 freien Plätze des Campingplatzes werden an diese 4 Personen vergeben.
Es ist voll, komplett voll. Unsere Parzelle ist leicht gefunden - der einzige freie Platz in der Straße vom Campingplatz. Die Parzelle ist sehr eng, nicht jede aber u.a. unsere, und wir haben zu tun Aurelio halbwegs da rein zu bekommen. Wenn die Parzelle tief genug wäre, könnten wir den Wohnwagen längs stellen, aber dafür ist es wiederum nicht tief genug. Es ist jedoch nur für eine Nacht und somit haben wir nicht den Anspruch das Beste aus der Parzelle herauszuholen. Beim einmanövrieren erhalten wir glücklicherweise Unterstützung von gegenüber plus ein SmallTalk im nicht so günstigsten Moment (Kinder wollen sich frei bewegen, mein Mann muss weiter arbeiten, ggf. ist jemand hungrig, muss auf Toilette), aber das scheint oft der Fall. Letztendlich steht das Auto Millimeter an der (Campingplatz)Straße und eine Handbreit entfernt vom Wohnwagen. Hinter dem Wohnwagen ist noch mal das gleiche an Platz - ungenutzt. Nicht optimal, aber für die kurze Zeit ausreichend.
Die Mittagspause meines Mannes ist damit vorüber und er arbeitet weiter. Die Kinder und ich machen den Rest alleine. Bis auf den Wohnwagen und dem Auto, welche an ihrem Ort stehen, muss alles noch gemacht werden. Es ist nicht viel, aber es steht an:
Füße raus und Wohnwagen ausbalancieren
Strom suchen, passende Kabel beisammen kramen und anstöpseln
Eimer unter den Auslauf stellen
An die Deichsel kommt die Wegfahrsperre und darüber die Regenabdeckung
Zusatzspiegel vom Auto abnehmen
Dann geht es in Aurelio weiter:
Hocker mit Gummistiefeln raus vor die Tür
Fußmatte vor die Eingangstür
Wassertank (8 Liter) auffüllen (aufgrund des Gewichtes fahren wir immer mit leerem Tank)
Wäscheständer vom Doppelstockbett nehmen und (leer) draußen hin stellen
Der Pop up Mülleimer kommt auch raus
Und ganz wichtig: der Aufbau-Porridge, ist doch der Hunger groß zur Mittagszeit. Das ist dann das 1. Mal an dem die Kinder und ich alles zu 4 (ohne Unterstützung von meinem Mann) gemeinsam gemacht haben - also vom zusammenpacken am alten Campingplatz mit Ankuppeln bis dem Aufbau-Porridge am neuen Campingplatz.
Die jeweiligen Parzellen haben bei genauerem hinsehen, also nach dem Mittagessen, alles was benötigt wird und mehr sogar: Stromanschluss, ein Waschbecken und Parzellen-abgrenzende Hecken mit teilweise schattenspendende Bäumen. Sogar so viele dass Hängematte und Wäscheleine in Einsatz kommen könnten. Fällt wegen kurzen Aufenthalt, ungünstiger Parksituation und nachmittäglichen Ausflug jedoch weg. Super wichtig für meinen Mann: hervorragend funktionierendes Internet, da jede Parzelle sich seinen eigenen Router (gegen Gebühr) ausleihen und an den eigenen Stromanschluss setzen kann.

Am Abend wird klar: das Ausbalancieren darf ich zukünftig mit mehr Geduld ausüben … wir liegen alle etwas schräg im Bett. Mein Mann dreht etwas nach und dann findet auch Aurelio seine innere Balance wieder. Meine Ambition traditionell über den Platz zu laufen ist gering, fahren wir doch den nächsten Tag schon wieder ab. Es ist auch so voll … zu den Sanitäranlagen um die Ecke schaffe ich es gerade noch. Ein Glück: die Bäder sind mein persönlicher CamperinnenTraum: eine Duschtasse und ein abnehmbarer Duschkopf. Das Wasser wird heiß und ich muss nicht aller 5 Sekunden auf einen Knopf drücken damit Wasser kommt. Auf das ganze kommt noch das i-Tüpfelchen: die Anlage ist beheizt. Was für ein Luxus!

(Rückblick)
Camping Puçol - Camping Platja
Wir fahren weiter unsere riskante Schiene: alle 5 sitzen im fahrenden Auto und da wird der nächste Campingplatz angerufen, ob es denn Verfügbarkeiten gibt. In diesem Fall „not the best idea“ oder auch „noch mal Glück gehabt“: die Auserwählten sind voll. Internet- und AppsSeiDank finden wir nördlich an der Küste, statt wie geplant südlich von Valencia, einen - Camping Puçol - Camping Platja. Mein Mann regelt den Check in. Der Must have dabei: von (meistens) allen die Ausweise. Bei den Kindern bin ich wirklich überrascht, selbst bei mir bin ich schon etwas skeptisch.
Wir werden ausnahmsweise zur Parzelle geführt und manövrieren Aurelio an seinen Platz unter schweren Bedingungen: kleine Steine - kein Schotter. Das erschwert das ausrichten. Dank kleiner deutsch spanischen Kommunikationschwierigkeiten (alternativ auch Mann Frau Kommunikationschwierigekiten) steht der Kastenwagen auch dieses mal ziemlich ungünstig, quasi genau mittig der Parzelle. Das Auto passt gerade noch so daneben. Die Markise hat keine Chance. Theoretisch wäre die Parzelle groß genug für alles.
Der Ankunftstag ist auch gleich Wasch-Einkaufs-Haushalts- und Entspanntag. Die Waschmaschine ist bereits voreingefüllt mit irgendeinem Waschmittel, was anfängt mich stark zu stören. Neben dem Waschraum befindet sich ein wunderbarer Spielplatz für die Kinder. Meine 3 haben dolle Spaß. Ich kann derweil die Waschmaschine befüllen und direkt warten bis sie fertig ist, so lange spielen die 3 ausgiebigst vor Ort.

Leider funktioniert das Internet nicht gut bzw. reicht nicht bis zu unserer Parzelle, welche nicht am Ende des Platzes ist. Für solche Fälle haben wir eigens eine spanische Simkarte mit Router gekauft, damit mein Mann arbeitsfähig bleibt (simyo).
Hingegen toll finden wir die Möglichkeit für die Kinder zu baden in einer kleinen Badewanne. Womöglich nur für Kleinkinder geeignet, passt es auch für jeweils 2 meiner Kinder - in jeglicher Konstellation. Nur ein Stöpsel für diese ist im Preis scheinbar nicht inkludiert. Nicht besonders stolz darauf kaufen wir diesen und ein paar andere Notwendigkeiten wie einen neuen Wäscheständer (der andere ist kaputt gegangen) und eine Fußmatte in einem Bazar ein. Ich unterstütze viel viel viel lieber aus mehreren Gründen kleine Läden, aber genau in diesem Moment ist das eine ausreichend, passende Lösung für uns.
Am Abreisetag müssen wir 5 uns beeilen um noch pünktlich 12 Uhr den Platz zu verlassen, wer hätte das jemals gedacht. Es scheint keine großen Kontrollen zu geben (die Schranke ist immer geöffnet), aber wer weiß. Wir trödeln einiges rum und dieses mal sind wir zu 5 - allesamt helfen - aber es wird eben stressig. Der Boden ist so schwierig, dass wir 2 Erwachsenen es nicht schaffen Aurelio vom Fleck zu bekommen. Ein paar Parzellen neben uns steht ein Wohnmobil mit 4 in der Sonne sich bratenden Erwachsenen und niemand hilf uns. Hm. Letztendlich hilft uns ein Spanier und nur so schaffen wir es.
Wir verlassen den Campingplatz Puçol - Camping Platja, fahren über die Straße und parken ausnahmsweise Auto mit Aurelio im Schlepptau auf einem riesigen, öffentlichen, unbewachten, wenig besuchten Schotterparkplatz. Ob das klappt? Hinzu gekauft hatten wir eine Wegfahrsperre für die Deichsel, die IMMER montiert wird, wenn Aurelio steht. An diesem Ort ist sie uns besonders wichtig. Dennoch ist es möglich die Tür aufzubrechen und sich zu nehmen, was gewünscht bzw. vorhanden ist. Fingers crossed. Ich drück die Daumen. Good Luck.
Es geht zum Strand und dort wird gemeinsam Volleyball gespielt - love it. Puçol scheint eine größere Stadt zu sein als von uns gedacht. Nicht überlaufen vom Tourismus dafür mit vielen Einwohnern, da nebendran ein großer Hafen mit Schiffen ist - keine Kreuzfahrtschiffe. Die Kinder gehen nackt ins Wasser - wer hätte gedacht, dass es so warm ist (Stand November). Wir haben selbstverständlich keine Badekleidung dabei. Ich gehe derweil einen Wellenbrecher vor - allein, was für eine Seltenheit. Der Wellenbrecher besteht aus riesigen Steinen, einige haben eine weiße Schicht. Wir sind am Mittelmeer. Es könnte eine Salzschicht. So weit ist meine Theorie doch nicht hergeholt oder? Die Kinder sind anschließend hervorragend ausgepowert und haben Hunger - für uns die perfekte Grundlage um ins Auto zu steigen, dort zu Essen und die vor uns liegenden 2 Stunden Autofahrt zu meistern. Beim Parkplatz angekommen scheint auch Aurelio seine Freiheit gut überstanden zu haben und wir fahren los.
(Rückblick)



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