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Campingplätze Alicante

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Camping Moraira


Was für eine Anreise! Klug unsererseits die Kinder vorab auszupowern, die Fahrt auf die Mittagessenszeit zu legen und das Tablet griffbereit zu haben. Weniger klug unsererseits ist es den Weg in die Hände des Navigationssystems zu legen. Als das Schild „Moraira“ nach rechts zeigt und das Navi uns geradeaus schickt, werden wir stutzig. Als das Schild „bis 3,5 Tonnen“ auftaucht, sind wir so froh, dass wir die 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Aber warum überhaupt das Schild? Die Straße wird löchrig, eng. Es sind fast nur Gassen. Entgegen kommende Autos nur mittels Einbuchtungen passierbar. Die Navigation ist sich weiterhin sicher: das ist der Weg zum Campingplatz Moraira. Eine scharfe 360 Grad Drehung später sind wir uns sicher: den Weg werden wir nie (!) mit Auto und Wohnwagen Aurelio zurück fahren (können). Die Kinder sind ebenso aufgeregt, außer das Kind am Tablet was überhaupt gar nichts von dem ganzen Tumult bemerkt.


Wir kommen schweißgebadet und mit zittrigen Gefühl irgendwie doch am Campingplatz an. Mein Mann erledigt den Check In und kommt gelassener zum Auto zurück: es gibt einen „normalen“, passierbaren Weg. Normalerweise wird dieser per E-Mail vorab versendet aber in unserem Fall … (wer weiß was passiert ist, setze eine beliebige Ausrede ein). Ok, wir kommen hier also wieder weg.


Nächste Hürde: die Parzelle. Gefälle, Baum, Enge und unsere Unerfahrenheit setzen uns zu. Mit zusätzlicher Hilfe bringen wir Aurelio letztendlich diagonal auf der Parzelle zum stehen. Das Auto passt gerade noch so nebendran hin, mit seinem Heck beim Nachbarn. Da diese und viele andere Parzellen leer ist, sehen wir das entspannt. Im Wohnwagen ist dann schließlich auch einiges aus den Halterungen raus. Ja, auch Aurelio hat unter der Anfahrt gelitten.


Den Ankunftstag verbringen wir anschließend komplett sich erholend auf dem Campingplatz. Er ist klein, naturnah gestaltet und ruhig. Ich meine an die 60 Plätze zu sehen und knapp 5 davon sind belegt. Alles ist beschattet mit hohen Bäumen, ein paar Sonnenflecken gibt es. Dank unserer eher funktionalen Ausrichtung des Wohnwagens haben wir lediglich eine kleine Ecke Sonne.


Die Bäder sind sehr schön mit Stein eingerichtet. Leider stehen die Türen die ganze Zeit auf und so ist es abends mit 13 Grad Celsius recht kalt sich nackt unters die Dusche zu stellen. Wie ich eines abends bemerke geht auch das Licht automatisch aus. Wirklich wirklich zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Ich bin nackt und nass. Genau so schlüpfe ich in meine Kleidung und eile hinaus.


Aufrichtige Freude habe ich bei einer der Waschmaschinen - ich kann eigenes Waschmittel benutzen. So kommt es dass ich an 2 von 3 Tagen wasche… wer weiß wann das wieder der Fall ist ;) Definitiv unpraktisch ist, dass das Wasser am Campingplatz kein Trinkwasser ist. Das ist uns bislang noch nicht vorgekommen an den anderen Plätzen. Für u.a. solche Fälle transportieren wir im Auto immer 2 Wasserkanister. Für uns 5 reicht das im Notfall 1 bis maximal 2 Tage. An der Rezeption gibt es aber auch welches zu kaufen.


Auch erleichtere ich uns um einige Spiele und Bücher. Es gibt eine umfangreiche Bibliothek für solche Sachen und mir selbst nehme ich ein Buch mit. Im gleichen Raum gibt es die Möglichkeit Billard und Tischfussball zu spielen. Es juckt mir in den Fingern, aber ein paar Jahre Geduld muss ich wohl noch haben bis die Kinder bereits dafür sind. Leider gibt es keinen Spielplatz aber meine Kinder spielen dafür ausgiebigst auf den anderen (freien) Parzellen zwischen den Bäumen. #dasfreiespiel


Ein Highlight ist die Aussicht auf den Pool und zwar wie in einem Aquarium von der Seite, sogar mit Sofa davor.

Poolblick Camping Moraira
Poolblick Camping Moraira

Beim Abreisetag benötigen wir sehr sehr viel Zeit um den Campingplatz zu verlassen. Um die Schräge auszugleichen, versuchen wir so wenig wie möglich händisch zu machen. So parke ich die Anhängerkupplung direkt unter der Deichsel, egal wie das Auto dann steht, so dass Aurelio nicht mehr bewegt werden muss. Dann ist da noch ein Holzpfeiler der uns das Leben schwer macht. Abgesprochenerweise nimmt mein Mann diesen Holzpfeiler (mit etwas mehr Kraft als besprochen) heraus. Es wird nix beschädigt, alles funktioniert noch und so starten wir guten Gewissens zum nächsten Campingplatz.



Camping Cap Blanch


Aufgrund der jüngsten Erfahrung schaut sich mein Mann den Weg zum nächsten Campingplatz gründlichst an. Leider keine Autobahn, aber eine Schnellstraße die an der Küste kurvig entlang führt. Machbar.


Wir passieren die Stadt Calp und ich bin überwältigend zu sehen wie ein 10stöckiges Hotel neben dem nächsten 10stöckigem Hotel empor ragt. Auch als wir bereits Altea erreichen, sind von weitem noch die Hotelhochhäuser zu sehen. Ebenso wie der markante Felsgipfel „Penyal d’Ifac“.


Beim Camping Cap Blanca angekommen, sollen wir uns laut Rezeption eigenständig eine der markierten Parzellen aussuchen und anschließend Rückmeldung welche es geworden ist geben. Auf der Karte ausgesucht peilen wir mit Sack und Packe eine Parzelle an. Dort angekommen ist klar: das wird nix. Viel zu klein. Bei den nächsten sind wir umsichtiger: ich schaue sie mir fussläufig vorab an. Mit dem gleichen Resultat: alle zu klein.


Ich kehre zurück zu den 4en. Wir stehen mit Auto und Aurelio mitten im Weg, die Mittagspause meines Mann ist fast vorbei und dann kommt noch der Campinghausmeister mit seinem Dienstwagen und will die Campingstraße passieren, die wir vollständig blockieren. Grrr. Mein Mann kommt mit dem Herren ins Gespräch und das soll unsere Rettung sein. Er verweist uns an eine (nicht auf dem Plan) markierte freie und vor allem große Parzelle. Das passt, welch Erleichterung! Der Herr hilft noch beim ausrichten und wägt Aurelio als sehr leicht ein. Yes, genau unser Ziel: Reisen mit leichtem Gepäck auch der Wohnwagen. 


Die 4 machen den Check in und ich kümmere mich um Aurelio. Anfänglich alles äußere, dann den Innenbereich. Ich öffne die Tür und sehe einen Teil des Kühlschrankinhaltes auf dem Boden verteilt. Haben wir also vergessen die Kühlschranktür zu sichern, ok. Aber auch andere Sachen liegen, wohl wegen der kurvigen Anfahrt, auf dem Boden.


Anschließend hänge ich die nasse Wäsche, die noch vom Camping Moraira in Tüten im Kofferraum auf mich wartet (weil ich da so gerne gewaschen haben …), geschickt an die Wäscheleinen zwischen Bäumen auf. Ebenso nutze ich den neuen rot weißen Wäscheständer. Voll gepackt bewege ich diesen gelegentlich von Sonnenort zu Sonnenort, damit die Wäsche schnellstens trocknet, und mit einem Mal kracht es. Der neue (!) Wäscheständer stürzt mit all der sauberen Kleidung zusammen. Ich rette was zu retten geht. Der Wäscheständer kommt erneut auf die Einkaufsliste. Wer billig kauft, kauft 2 mal. Ich lerne draus.


kaputter Wäscheständer Camping Cap Blanch
kaputter Wäscheständer Camping Cap Blanch

Das Sanitärgebäude (hier wieder ohne Toilettenpapier) ist untypischerweise mehrere Gehminuten entfernt. Das ist für mich mit den Kindern (mein Mann arbeitend) sehr umständlich, so dass wir die Tage unseren eigenen Sanitärbereich (sprich die Trockentrenntoilette) nutzen. Ebenso Abwasch, Waschmaschine, Grauwasser etc. befinden sich an dem selben, weit entfernten Ort und unsere Parzelle ist nicht die am weitesten entfernteste. Ich erblicke die Tage über einige Menschen mit Elektrofahrrad und Elektroroller, absolut verständlich.


Ebenso sehe ich auf einigen Parzellen Picknickbänke. Auf Nachfrage an der Rezeption kann ich mir diese von einer freien Parzelle nehmen oder Hilfe erbitten weil die wohl schwer sind. Problem nur: die wenigen freien Parzellen haben natürlich keinen Picknickbänke drauf stehen. Ich merke, ich muss kreativer werden. Tagsüber sehe ich die zahlreichen Dauercamper oder Überwinterer an den Tischen rätseln, sich sonnen oder mit anderen, vor allem Niederländer*Innen, quatschten. Und da kommt mir die Idee. Ich gehe zu der Parzellen gegenüber, von wo aus mich eine Picknickbank anstrahlt, und frage, bitte, flehe die Personen an, wie man es sehen will. Strickte Verhandlungen folgen und letztendlich steht der Deal: wir bekommen 2 Tage hintereinander abends 20-22 Uhr die Picknickbank, anschließend geht das Konstrukt wieder zurück an seinen Ursprungsplatz als wenn nie etwas gewesen wäre. Ich bin so glücklich! Wir essen also vergleichsweise sehr vornehm am Holztisch auf unserer Parzelle draußen im Dunkeln mit sternenklarem Himmel über uns. Um uns herum absolute Ruhe.


Bank bei uns Camping Cap Blanch
Bank bei uns Camping Cap Blanch



Camping Costa Blanca


Eine kurze, ruhige Fahrt haben wir zum Camping Costa Blanca. Autobahn und ebene Straßen sind Luxus geworden nach den letzten Erfahrungen, diesen haben wir hier. Mein Mann regelt den Check in und die Kinder sprinten derweil auf den (kleinen) Spielplatz. Der cCampingplatz generell ist klein mit ca. 50 Parzellen, was uns gut gefällt.


Noch eine Lessons Learned wenden wir an: die Parzelle vorab anschauen. So kann die beste Einfahrt und Platzierung besprochen und geplant werden. Die Parzelle ist so groß dass jeglicher Schnickschnack drauf passt. Anschließend gibt unseren lieb gewonnenen Aufbauporridge und noch eine Runde in den verschiedensten Bioläden einkaufen. Es klappt nicht durchgängig in Bio Qualität einzukaufen, aber einiges erhalte ich.


In der Zeit unseres Aufenthaltes entdecke ich die große Bioladen Kette Veritas. Veritas ist ein spanischer Bioladen und für mich vergleichbar mit Denns in Deutschland. Alles ist in Bioqualität verfügbar, ich erhalte alles was für unseren Haushalt benötigt wird, es ist preisintensiv und so so verlockend und lecker. Der Verlauf ist meist wie folgt: ich benötige 3-4 Sachen und zack wird ein Großeinkauf draus.


Jedenfalls bei unserer Rückkehr von Einkaufen noch am Ankunftstag windet es bereits stark und das hat den (neuen Teil2) Wäscheständer umgeworfen. Klar. Der ist dann auch noch auf etwas drauf gefallen und hat jetzt einen Knick. Grrr. Immerhin funktioniert er noch. Ich bemerke in dem Zusammenhang dass die Bäume auf dem Campingplatz keine Palmen sondern Olivenbäume sind.


Bei meinem Weg zum Waschhaus (bedeckt und beheizt, Jackpot sozusagen) fällt auf, dass es sehr viele Katzen auf dem Campingplatz gibt und das trotz eigenem Campingplatzhund. Wie ich mehrfach beobachte die Tage füttern einige Dauercamper, legen auf Papier das Katzenfutter und stellen es an einen Ort am Busch bspw. Die leere Parzelle neben uns weist an jedem Tag mehr und mehr Haufen Katzenkot auf.


In der Provinz Alicante halten wir uns u.a. etwas länger auf damit unser Auto seine fällige Inspektion im Autohaus absolvieren kann. Praktischerweise ist vor Ort ein Partner. Die letzte Inspektion liegt zwar erst ein paar Monate zurück aber in der Zwischenzeit sind wir mehr als 3.500 km gefahren und das mit zusätzlicher Belastung vom Wohnwagen. Letztendlich gibt es keine Auffälligkeiten und wir erhalten Praktischerweise sogar ein gereinigtes Auto zurück - außen versteht sich. Von dem Innenbereich brauchen wir nicht zu reden #familienauto


Eine für mich ganz tolle Geste: eines Abends kommen wir zurück nach Hause und unsere Lichterkette ist kreativ um den Busch gehangen und angeschaltet. Wir hatten es am Ankunftstag mehr oder wenig über den Strauch geschleudert. Es hat uns jedenfalls alle sehr erfreut wer auch immer sich da die Mühe getan hat. #dankbar


Lichterkette Camping Costa Blanca
Lichterkette Camping Costa Blanca

In der abendlichen Ruhe fällt mir auf: wir sind wieder bei einem Campingplatz angelangt, der sich neben den Zugschienen befindet. Aber auch hier fährt der Zug langsam vorbei, also aushaltbar. 


Bislang absolute Premiere: ein paar Stunden vor Abreise machen wir kehrt in unserem Plan und verlängern nochmals um 2 Tage. Die Duschen sind toll, am Abend gehen die Kinder total gerne baden in der Badewanne (Stöpsel haben wir mittlerweile ausreichend), es ist ruhig, die Wege sind kurz und gut machbar für die Kinder und die Parzelle ist größentechnisch ein Traum. Außerdem fühlt es sich so an als wenn wir noch nicht fertig sind mit dem Ort und der Umgebung. Ich bin dankbar um diese Flexibilität.


Badewanne Camping Costa Blanca
Badewanne Camping Costa Blanca



 
 
 

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