Ausflüge in Alicante (Teil 1 von 3)
- Judithsvilla
- vor 5 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Moraira
Vom Campingplatz wählen wir den steilen, direkten Weg an der Straße entlang bergab Richtung Meer. Anfangs ohne Fußgänger*Innenweg passieren wir zumindest das Stück im Gänsemarsch. Am Fuße des Berges angekommen, ist uns der Weg zum Mittelmeer durch Häuser und Restaurants versperrt. Wir laufen also parallel entlang und erst am Playa Plagetes mit sehr viel Seetang können wir rüber huschen und wieder Sand unter den Füßen spüren. Leider riecht es dementsprechend stark.
Die Kinder haben bereits Hunger und ich schaffe es das Ganze weg von dem Geruch ein paar Meter weiter bei den Skulpturen „Escultura ‚Home mirant la mar’ de Toni Marí zu schieben. Nach dem Picknick wird an diesem Ort auch ausgiebigst gespielt, was mir Zeit und Raum für persönliche Kontakte lässt.
Es geht nochmals 5 Meter weiter und wir entdecken ein kleines, abgezäuntes Loch - schauen hinein und unter den Steinen unter denen wir gepicknickt haben, befindet sich tatsächlich eine nicht mal 1 Meter hohe, geflutete Höhle. Die Abzäunung wackelt und laut meiner Navigation des Vertrauens (haha nach der Anreise) ist genau da wo wir uns gerade befinden nichts vermerkt. Ob das so rechtens ist?

Wieder weniger Meter weiter finden wir erneut für lange Zeit ins Spiel. Kind1 badet, Kind2 und Kind3 ziehen Seile als Züge hinter sich her und das führt dazu dass wir Berge mit Tunneln, Brücken und Schienen im Sand bauen. Die Ausrüstung ist spärlich: ein Eimer und 2 Greifer. 2 kleine Schaufeln und ein kleiner Becher sind uns auf der Reise schon kaputt gegangen oder wurden vergessen. Ich hab jedenfalls riesigen Spaß und bin voll vertieft. So lang bis die Kinder in ein anderes Spiel übergehen und ich dennoch fröhlich weiter Berge erschaffe und Höhlen buddle. Von den umliegenden Personen erhalten wir freundliche Lächeln, was mich überrascht da wir 4, auch ich mit Ende 30, das Durchschnittsalter erheblich nach unten ziehen und die Strandruhe ist mit unserer Ankunft auch vorüber gewesen.

Ich trieze die Kinder weiter und so schaffen wir es noch über das Castell de Moraira zum Hafen, indem verschiedenste Fische im Wasser beobachtet werden können.
Durch die Gassen flanieren wir durch die gering touristisch erscheinende Stadt (also mit ohne Hoteltürme und einer Umgebung, die zum wandern einlädt). Wir hüpfen in einen Supermarkt um vor allem viel Wasser zu kaufen, da auf dem Campingplatz diese nicht trinkbar ist, wo uns anschließend mein Mann mit dem Auto abholt. Das Timing ist perfekt und doch wieder nicht. Es soll zum Freilichtmuseum Art Al Camp gehen. Da es fast 18 Uhr ist, bricht die Dunkelheit schon ein und als wir ankommen schaffen wir es gerade noch die Jacken anzuziehen als uns jemand mitteilt, dass jetzt geschlossen wird.
Xábia
Nach dem verkürzten Besuch beim Freilichtmuseum fahren wir nach Xàbia. Dort lassen wir es geldlich gesehen krachen und kaufen Kleidung für die Kinder, da bereits 4 Leggings auf der Reise gerissen sind. Knapp 4 Wochen sind wir unterwegs. Zu Hause geht nie (ja genau so ist es, nie) etwas kaputt. Warum auf unserem Roadtrip so viele in so kurzer Zeit? Ebenso wie Zahnbürsten, die wir im sogenannten Kräuterkundler „Herbolario La Natural“ finden. Und auf der gleichen Straßen befindet sich auch noch ein Bio Lebensmittelhändler von Obst und Gemüse „Bio Hurtado“. Was für eine Seltenheit 2 Biohändler so nah beieinander zu haben. Voll gepackt fahren wir zurück zu Aurelio.
Freilichtmuseum Art Al Camp
Ein paar Tage später … wir kehren zurück. Der Wal war doch sehr eindrucksvoll als wir erstmalig vor Ort waren und daher fahren wir im Tageslicht erneut dahin.


Der Wal ist auch von Nahen eindrucksvoll und es ist ersichtlich dass Menschen da rein gehen können, jedoch ist der Zugang versperrt. Wie ärgerlich! Eintritt kostet das Ganze nicht, der Rundgang ist kostenfrei. Etwas weiter im Verborgenen kann Schweißern bei der Arbeit zugeschaut werden. Im Park verteilt befinden sich vereinzelt kleinere Projekt (im Vergleich mit dem Riesen Wal). Der Park ist attraktiv angelegt, mit Wasserfall, kleinem Hügel und Fischen, zum durch schlendern geeignet.
An dem Parkplatz hat mit unserem 2. Anlauf auch der Bio Hofladen „BIOXABIA“ geöffnet. Mit wie viel Liebe kann bitte Obst und Gemüse hergerichtet werden? Hier finde ich die Antwort. Außer Paprika gibt es kein weiteres Gemüse im Wohnwagen also ist es der perfekte Moment (und die perfekte Ausrede) um nachzulegen und einzukaufen. Die Verkäufer*Innen sind äußerst freundlich und beraten uns bspw. beim Brot ausgiebig. Die Kinder toben anschließend ein wenig auf dem, nicht sofort als solches erkennbares, Klettergerüst am Parkplatz herum und anschließend reisen wir weiter.

Altea
Der Campingplatz ist gewechselt und so befinden wir uns nun direkt am Strand. Wir 4 packen unsere Sachen, huschen einmal über die Straße und Zack da sind wir. Steinstrand hm.. das Sandspielzeug brauchen wir also doch nicht. Die Kinder huschen kurz ins Wasser. Anschließend geht’s Richtung Hafen da die Kinder gern wieder Fische beobachten wollen, was letztendlich verhältnismäßig gering zu Moraira ausfällt.

Der Weg ins Stadtinnere von unserem Campingplatz „Camping Cap Blanch“ aus sind ca. 50 Erwachsenen Gehminuten. Bis zum Hafen haben die Kinder und ich weniger als die Hälfte erlaufen. Mein Mann hat praktischerweise zeitgleich mit Ankunft am Hafen seine Arbeit beendet und nimmt uns die letzten Meter in die Stadt mit durch die wir gemeinsam schlendern. Mehr und mehr hängen in den Städten bereits die Weihnachtsbeleuchtung, jedoch noch ausgeschaltet. Aber auch so hat die Dunkelheit, offene Geschäfte, das laue Klima etwas entspannendes. Ich sehe mich wieder glücklich Snacks in einem Kräuterkundler „organic shop biocentro altea“ einkaufen. Die Läden sind so rar, unser Vorrat schnell aufgebraucht und ich unterstütze gerne die alternative Gesellschaft in Spanien sowie kleine Läden.
Das Mittelmeer ist mittlerweile vom Himmel nicht mehr zu unterscheiden so dunkel ist es bereits geworden. Zu 5. schlendern wir die Flaniermeile am Strand entlang. Dort erstreckt sich vor uns „Altea“ in Buchstaben. Das scheint Tradition in den Städten zu sein… na gut, auch von Altea nehmen wir ein Foto mit. Ziemlich außergewöhnlich ist der Platz drum herum: zum entlang fahren mit etwaigen wie Rollern, Inlinern gedacht ist es wie ein kleiner Skatepark mit viel Grün gestaltet.

Über einen andern Bio Supermarkt „Supermercado BIOnatural Altea“ der meinen Lieblingstofu verkauft - ein Glück ich bin auch da noch rein - geht’s zurück. Etwaige Spielplätze werden auf Herz und Nieren von meinen 3en geprüft. Und da ich dran vorbei gehe, kaufe ich direkt erneut einen Wäscheständer im Bazar. Lessons learned ist angekommen: dieses Mal kaufe ich nicht den günstigsten, farblich passenden Wäscheständer. Auf keinen Fall. Dieses Mal kaufe ich den teuersten, der nicht farblich passt. Fingers crossed.
Cañón del Mascarat um Ponts del Mascarat zu sehen
Im Internet bin ich auf beeindruckende Bilder einer Brücke gestoßen über die wir 5 mit Auto und Aurelio gefahren sind auf unserem Weg von Moraira nach Altea. Im Internet direkt recherchiert und fündig geworden: „Cañón del Mascarat“ heißt die Schlucht. Ich markiere mir einen Ort, der laut Navigationsansicht der Eingang mit Parkmöglichkeiten sein könnte. Ich fahre also dahin und … direkt dran vorbei. Da wo ich annahm es sei ein inoffizieller, offizieller Parkplatz, ist keiner. Ich düse also weiter und parke in der Nähe in einer Seitenstraße (Girasoles 2, 9, 03590 Altea, Alicante).
Wir stapfen den Straßenrand entlang zu der kleinen Brücke, bei der ich ursprünglich parken wollte und bereits beim überqueren sagt Kind2 „das sieht interessant aus“. Yes, schon ein Kind hab ich für das Abenteuer gewonnen. Auch ich atme auf: es gibt ein Schild mit Hinweis auf die Schlucht und einem Trampelpfad. Bei dem Elan und schnellen Gang von Kind2 habe ich Mühen, dass wir zusammen bleiben. Kind3 geht es derweilen gut auf meinem Arm. Kann ich verstehen: die Busche und Gräser sind genau auf der Kinder-Augenhöhe. Das kann kaum angenehm sein. Ich wünsche mir bereits mein Tragetuch herbei. Warum hab ich es bloß im Auto gelassen?

Die Büsche hinter uns lassend geht es über Stock und über Stein, mal zum drüber klettern, mal ebenerdig voran. Das ist wiederum so unterhaltsam, dass Kind3 sich von mir löst, eigenständig läuft und nur über das aller aller Notwendigste heben lässt. Ein paar Menschen begegnen wir mit uns in die Richtung und auch entgegenkommend laufend, was mich sehr erleichtert. So bin ich sicher, dass das tatsächlich ein Weg ist auch wenn er so gering ausgeschildert sich in der Natur befindet.
Insgesamt unterqueren wir 3 beeindruckende Brücken:
ehemalige nicht mehr genutzte Bahnbrücke
eine Fahrbahn
und eine neue, genutzte Bahnbrücke.

Genau darunter, da wo wir entlang laufen, liegen ab und an Baumaterial wie Absperrzaun, Rohre und sogar ein Schild herum, die definitiv von ganz oben herunter gefallen sind.

Die Schlucht wird irgendwann so eng und mit Gesteinsbrocken verschlossen, dass die Kinder und ich, sowie jegliche andere Personen ohne Kletterer*innen-Ausrüstung, zum umkehren gezwungen sind. Glücklich, höchst zufrieden von dem Anblick und k.o. geht zurück ins traute Wohnwagenheim.



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