Unsere Campingplätze in der Provinz Tarragona (2/2)
- Judithsvilla
- 29. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
TAIGA Delta de l'Ebre
Nach unserem Barcelona Ausflug und dem Camping Platja Llarga wird der Platz nach weiter südlich gewechselt, unserer Route folgend, zum Campingplatz TAIGA Delta de l'Ebre. Es scheint ein beliebter Campingplatz zu sein und so klärt mein Mann bereits einen Tag vorab telefonisch die Bedingungen bzw. Anforderungen für 2 Tage Aufenthalt ab.
Am Abreisetag finden die Vorbereitung erst im und dann um den Wohnwagen statt. Anschließend gehts ab ins Auto, die Fahrt beginnt, dabei wird gefrühstückt. Die Anreisezeit verläuft sich auf unter einer Stunde und es bleibt ein wenig mehr Zeit um aus dem Fenster zu schauen. Von dem ganzen reisen erkennen wir alle mittlerweile Olivenbäume, Apfelbäume, Zitronen- und Orangenbäume (wobei die letzteren beiden doch öfter zur Verwechslung führen), und schon sind wir angekommen. Vor Ort beziehen wir routiniert die Parzelle, bauen auf. Es ist Mittagszeit, doch leider sind vor allem die frischen Vorräte aufgebraucht. Für unser Mittagessen wird einiges aus dem Markt benötigt und so fahren wir 4 kurz nach Ankunft direkt nochmals los. Die Kinder sind wenig begeistert, sie wollen erst den Campingplatz erkunden. Es nützt nix, wir fahren zum Markt, kaufen das Notwendigste ein und ab gehts zurück. Einmal zurück angekommen haben alle großen Hunger. Es gibt leckerstes, frisches Mittagessen und anschließend wollen die Kinder Zitat „endlich“ spielen, spielen und spielen. Wir haben eine Parzelle direkt neben dem Spielplatz. Dank kaputten Staketenzaun mit Direktzugang für die Kinder.

Ich schaue immer mal wieder aus dem Fenster zu meinen spielenden 3en und was sehe ich da an der Scheibe krabbeln - eine Baumwanze. Ich brauch mich nicht fragen wo die her ist - 4 Wochen sind wir nun unterwegs und eingefangen haben wir die Tiere (unfreiwillig) auf dem 1., ja genau den 1., Campingplatz auf dem wir waren. Ich bin geringfügig begeistert.

Ab zur Toiletten, funktionieren von 4 Toiletten bei 2en die Klospülung nicht, bei der 3. ist kein Toilettenpapier vorhanden. Bescheidener Anfang. Ich werde später am Tag besänftigt - da funktionieren die Toiletten wird. Ebenso unsere Parzelle erweist sich als hervorragend geeignet u.a. für unsere Hängematte (alias Tragetuch mit Abseilachter und Wäscheleine). Endlich wieder abhängen! Lediglich Mücken leben gefühlt mehr als wir Reiskörner dabei haben.
Was mich sehr überrascht ist unsere mitgebrachte Kleidung. Die Kinder besitzen im Wohnwagen Kleidung für 7 Tage, ich ebenso, das Wochenende mit den abuelos in Barcelona sind ein paar neue hinzu gekommen. Wir sind 4 Wochen unterwegs und einiges an Kleidung ist bereits von uns gegangen, weil kaputt. Bei Kind3 hatten 3 (!) Unterteile Löcher an den Knien. Kind2 würde gern mehr kurze Kleidung dabei haben. Kind1 scheint gewachsen weil es mir Kleidung in die Hände drückt, die urplötzlich zu klein ist. Meine Tops reißen (!) ein. Ich kann es nicht verstehen. Warum passiert das jetzt? Und hier? Genau dann wenn die Kleidung abgezählt und kein Überfluss vorhanden ist? Ich bin fast sicher, dass das zu Hause nie passiert… ;)
Jedenfalls spielen die Kinder auf dem Spielplatz, weiterhin am Ankunftstag, und in der 4. Woche unserer Reise musste es wohl soweit sein: die Kinder stürzen alle ungünstig zusammen, übereinander, untereinander und eins meiner Kinder verletzt sich dabei stark der Arm. Eine Weile schaue ich mir das Verhalten und den Arm an. Es wird nicht besser und so fahren wir 5 ins nächste Krankenhaus (Hospital de Tortosa Verge de la Cinta) ca. 30 Minuten entfernt mit Blick auf ein wunderschönes Schloss (Castell de la Suda).

Es ist so schön, dass ich mir vorbehalte tagsüber zurück zu kommen. Zu einer spanischen, völlig herkömmlichen Uhrzeit (21 Uhr) kommen wir an und zu unserer Überraschung auch hier - ohne Reisepass geht nix. Natürlich haben wir den nicht dabei, also alles ein wenig umständlicher. Anschließend geht es ans warten, warten und warten. Unsere Nummer ist dran, yes! Und nein wir werden noch nicht ins Behandlungszimmer gebracht. Es geht zur „Triatge“, die über den Zustand vom Kind richtet. Wir nehmen wieder im Warteraum platz. Wir warten und warten. Ein paar mal geht es für uns noch in ein Besprechungszimmer und ziemlich genau 2 Stunden nach Eingang verlassen wir mit besten Nachrichten (medizinisch nichts gebrochen) wieder das Krankenhaus. Die Kinder sind k.o., schlafen selbstverständlich nicht auf der Rückfahrt um 23:30 Uhr (auch für die spanische Zeit sehr spät) ein, da alles so aufregend ist. Wir kommen bei Aurelio an. Der Wohnwagen sieht aus wie wir ihn verlasen haben - im absoluten Chaos.
Ich schaffe es abends dennoch, oder genau deswegen, in die Dusche. Entspannung pur. Ich bin in love mit den Duschen: ein geschlossener, beheizter Raum mit heißen Duschen. So warm lässt es sich angenehm ins Bett kuscheln und einschlafen bei einer angenehmen Außentemperatur von 13 Grad Celsius.
Von den ursprünglich 2 vereinbarten Nächten, verlängern wir unseren Aufenthalt da wir einen Tag Fahrradfahren einschieben. Für mich (und die Kinder) DAS absolute Plus des Campingplatzes TAIGA: die Fahrräder und Helme die sich vor Ort (auch für nicht Camper*Innen) kostenpflichtig ausgeliehen werden können. Top Qualität, sehr sauber, nicht in die Jahre gekommen - Ich lasse mich und meine Kinder guten Gewissens damit fahren.
Unsere dann 3. und letzte Nacht erhalten mein Mann und ich eine Unwetterwarnung auf unseren Telefonen. Die Kinder sind jedoch unbeeindruckt und schlafen weiter. Aber was soll das? Bislang kenne ich das lediglich von zu Hause als Übung an einem bestimmten Wochentag zu einer vollen Stunde tagsüber. Nun aber ist es eine krumme Uhrzeit um 23 Uhr abends. Die Regen Application zeigt starke Stürme und Regen an. Da es unsere letzte Nacht ist, ist draußen bereits alles aufgeräumt, eingesammelt und verpackt. Ich schiebe noch die Regenstiefel und Hocker unter den Wohnwagen. Der PopUp Müll wird fix geleert und kommt rein. Alles verstaut. Die Nacht stürmt und regnet es (tatsächlich) so dass mein Mann und ich mehrfach aufwachen. In Aurelio ist das Geräusch stark zu hören. Am nächsten Morgen ist davon nix übrig, alles ist wie immer auf der Parzelle, dem Campingplatz, als wenn nichts gewesen wäre.
An unserem Abreisetag gehen meine 3 und ich noch spontan auf Spurensuche - mein Mann hat unsere Seifendose mit Inhalt in den Sanitäranlagen vergessen und nun ist sie weg. Ich bin so happy mit der Dose, dass ich sie nicht einfach ziehen lassen kann. Wir fragen bei der Rezeption nach, dort werden wir auf die im Caddy fahrende Person verwiesen. Ok ,wir befinden uns höchst motiviert auf Spurensuche. Die Person ist unauffindbar. Wir finden eine Reinigungskraft, wir werden auf die im Caddy fahrende Person verwiesen. Aha. Das dreht sich doch irgendwie im Kreis. So groß ist dieser Campingplatz eigentlich nicht. Irgendwann fährt ein Caddy an uns vorbei. Jackpot. Doppelt: wir erhalten die Seifendose wieder und fahren seelig ab.



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