top of page

Unsere Campingplätze in der Provinz Tarragona (1/2)

Aktualisiert: 23. Dez. 2025

Tamarit Beach Resort


Die letzen paar Meter zum Campingplatz Tamari Beach Resort ist für unsere Nerven der reinste Drahtseilakt: mit Auto und unserem 7 Meter langem Wohnwagen geht es einmal steil bergauf, einen schmalen (!) Kreisverkehr entlang und die letzten 100 Meter eine Straße zum Campingplatz die wenig bis keinen Spielraum bietet. Die Nerven bei Ankunft liegen beim Fahrer blank. Begrüßt werden wir freundlich und können spontan aufgenommen werden. Ja wir werden abenteuerlustiger und sind auf gut Glück hingefahren. Naja, ggf. haben wir vorher angerufen und gefragt ob sie ausgebucht sind. Die Rezeptionistin erklärt uns alles, was wirklich viel ist, und mir wird mit Vorlage des Lageplans bewusst, dass der Resort mehr bietet als wir benötigen oder auch wollen. Stolz erzählt sie weiter, dass noch diese Woche Halloween mit Dekoration und Animation gefeiert wird. Ja stimmt, im Hintergrund läuft schaurige Musik, alles ist festlich gruselig geschmückt. Auf Wohnmobilen befinden sich „blutige“ Hände. Ich schaue um mich herum und sehe ein 8jähriges, ein 5jähriges und ein 2jähriges Kind die so gar nichts mit Halloween am Hut haben (wollen). Wir buchen 2 Tage.


Halloween Skelett im Wasser
Halloween Skelett im Wasser

Gemeinsam wählen wir eine abgelegenere Parzelle aus. Dort angekommen eilt ein älterer Herr herbei und fragt ob er helfen darf. Toll, ja gerne! So ist Autelio schnell an seinen Platz. Ich merke dass das einparken und optimale Aufstellen von Aurelio, Auto, in der Theorie der Sackmarkise und maximalen Spielbereich für die Kinder etwas an Geschick abverlangt und in Perfektionismus ausarten kann. Ein Busch umrandet die Parzelle und ist hoch gewachsen so dass wir guten Sichtschutz haben. Tatsächlich reisen an dem Sonntag an dem mir ankommen viele, vor allem Spanier*Innen, ab die extra für das Halloween Wochenende gekommen waren. Es wird einiges an Parzellen frei.


unsere Parzelle
unsere Parzelle

Ich möchte gleich waschen, das Wetter ist optimal, und nutze die Waschmaschinen vor Ort. Ich kann mein eigenes Mittel einfüllen, großen Freude meinerseits, jedoch kosten die 2 Waschgänge 10 Euro. 5 Euro pro Waschgang, daran muss ich mich erstmal gewöhnen. So spare ich mir den Trockner im wahrsten Sinne des Wortes, hänge lieber die Leinen auf und lasse unsere Kleidung sonnentrocknen. Generell sind wir wetterabhängig geworden in unseren Entscheidungen im speziellen rund um die Tools vom Wohnwagen, wie bspw.:


  • die Wäsche in die Sonne stellen, ggf. sogar nachrücken (ja die Sonne wandert und der Wäscheständer somit manchmal mit)

  • bei Wind den Wäscheständer (mit Heringen) befestigen

  • die Sackmarkise kommt bei Regen in Einsatz

  • bei Regen wandert der Wäscheständer unter die Markise

  • die Abspannung der Sackmarkise kommt bei Wind zum Einsatz

  • außerhalb des Wohnwagens essen gerne bei Sonnenschein


Auf dem Campingplatz gibt es einen sehr einladend aussehenden Wasser Spielbereich. Es zieht uns jedoch eher zum Meer, so dass wir diesen nicht testen, obwohl er offen ist. Das Meer ist auch hier lediglich ein paar Schritte entfernt, welch Luxus. Wir verbringen Stunden am Strand - mit Baden, den Wellen ausweichen, den Eimer mit Sand befüllen und wieder leeren sowie Vulkane bauen und explodieren lassen.


An einem Abend packen wir uns in unsere warme Kleidung. Das gesamte Abendessen wird zusammen gesucht und wir dinieren auf den hiesigen Tischen und Bänken. Es stehen viele beisammen, Grille sind auch vorhanden, die Beleuchtung ist gedämpft und von der riesigen Lichterkette der Strandbar nebenan schwappt das Flair über. Es ist ein wunderbares Erlebnis. Entspannung bringt uns Eltern, dass die Kinder entgegen des im Wohnwagen Essens, sich frei bewegen können. Ebenso von Vorteil sind herunterfallende Krümel, die verschwinden direkt mit der Dunkelheit auf dem Boden.


Essensplatz.
Essensplatz.

Ich erwähnte dass wir uns dafür warm einpacken? Kind1 zieht erstmalig seit einiger Zeit die Winterjacke wieder an und entdeckt dabei in der Jackentasche - tada - 2 paar Kabelkopfhörer. Vermisst seit dem 2. Reisetag, mittlerweile nachgekauft, nun wieder da. Ich hatte den Wohnwagen auf Kopf gestellt und nicht gefunden. Es überrascht mich doch stark das auf so wenigen Wohnwagen Quadratmetern Dinge verschwinden und wieder auftauchen können.

 

Nach 2 Tagen reisen wir wieder ab, unter anderem deswegen weil der abgelegen gewählte Ort dem WLAN vom Campingplatz so fern ist, dass mein Mann dieses nicht nutzen kann. Da dies essentiell für sein Arbeiten ist, verabschieden wir uns trotz bester Lage wie geplant nach 2 Tagen von dem Platz.


Camping Platja Llarga


Den bislang kürzesten Campingplatzwechsel passieren wir anschließend in Tarragona. Vom Tamarit Beach Resort zum Platja Llarga fahren wir knackige 12 Minuten. Die Kinder nehmen sich Kopfhörer, Rätsel, Stickerhefte und vieles mehr für die Fahrt mit und nix davon ist angerührt als wir ankommen. Die Zufahrtsstraße ist kurvig und etwas eng aber vor allem kurz und so kommen wir entspannt an. Der Besitzer begrüßt uns direkt und bietet seine Hilfe beim einmanövrieren an. Wir nehmen dankend an und beziehen Parzelle 19. Abkuppeln, hin her hin her und da steht er - Standfüße raus. Strom suchen. Wasser finden. Da Regen und Wind angesagt ist, kommt auch die Sackmarkise mit Abspannseilen zum Einsatz. Mülleimer raus, Hocker und Fußmatte hin, Wäscheständer raus, Auto auf die Parzelle und schon ist das traute Parzellenheim hergerichtet.


Bevor es ans Campingplatz erkunden geht, gibt’s als heutiges Aufbau-Ankomm-Essen Porrdige. Die Kinder gestalten den Tisch á la Picknickdecke, Tische und Geschirr. Ich kümmere mich ums Essen. Anschließend gehen wir gestärkt auf Erkundungstour. Parzelle hier, Parzelle da und ich meine ich komme auf insgesamt 50 Plätze. Ich bin begeistert: so habe ich mir das irgendwann mal vor unserem Roadtrip vorgestellt! Die vorhandene Bar ist zeitgleich ein Restaurant und quasi eins mit der Rezeption. Der Campingplatz ist so klein, dass es auch keinen Lageplan benötigt, den entwirft dann kurzerhand eines meiner Kinder über die Tage die wir vor Ort verbringen.


gezeichneter Campingplatz meines Kindes
gezeichneter Campingplatz meines Kindes

Alles Wohnwagen Notwendige wie Abwasch, Toiletten leeren, Duschen sind vorhanden, ebenso wie etwas zum Auto bzw. Wohnwagen waschen. Das habe ich bislang noch nicht ganz raus weswegen das so wichtig ist, dass es bislang auf jedem Campingplatz eine Vorrichtung für gibt. Und dann ist da noch ein recht unscheinbares Tor durch welches wir schlüpfen. Das führt zu einem Durchgang der unter den Bahngleisen hindurchfuhrt.


Tunnel
Tunnel


Der Durchgang, ich muss nicht messen, ist definitiv niedriger als 1,76 cm. Als ich da also mehr durchgekrochen als durchgelaufen bin, erscheint mir das Ende wie eine Oase: ein paar Meter weiter sehe ich das Mittelmeer, welch Freude allseits. Ich hatte geschrieben dass der Durchgang unter Zuggleisen hindurch führt?! Ja, also sind wir diesen wieder nah. Es scheint mir jedoch als wenn er leiser vorbei brettert als auf dem letzten mit nahem vorbei fahrenden Zug. Ob das subjektiv bewertet ist?


Zug vom Strand aus
Zug vom Strand aus

Die Duschen laden mich bei den aktuell eher frischeren Temperaturen (nicht die 20 Grad Celsius Grenze erreichend) eher weniger ein. Die befinden sich in einem Haus mit den Toiletten, die (aktuell) nicht beheizt sind. Ich weiß nicht mal ob bei dem Eingang des Waschbereiches überhaupt eine Tür dabei ist. Weiter gibt es vergleichsweise kein Pool, keine Animation, kein Trockner (das ist etwas unpraktisch), super Wifi - für uns alles absolute Pluspunkte. Es fehlen mir die typischen Camper Tische zum gemeinschaftlichen Essen, was wohl die „Bar Restaurant Rezeption“ ersetzt. Generell läuft es sehr auf Absprache zu auf dem Campingplatz. Es darf nur her wer vorher in Kontakt getreten ist. Auch die Waschmaschine hat kein Geldschloss sondern es wird an der Rezeption Bescheid gegeben bei Nutzung, sozusagen auf Vertrauen, und gezahlt.


Auch auf diesem Campingplatz erweisen sich die mitgebrachten Gummistiefel als eines der besten und meist genutzten Utensilien. Wir haben unseren ersten Regentag vor Ort, nicht durchgehend sondern ab und zu. Die Gummistiefel sind dabei schnell an- und ausgezogen, schützen die Kinderfüße beim Matschen und lassen die Tagesschuhe trocken. Auch zum Waschgang, Spülen sind sie schnell an den Füßen. Es sind wie die Camper Crocs nur eben für die dunkle Jahreszeit.


Nach Absprache bleibt Aurelio ein paar Tage ohne uns auf dem Campingplatz, da wir einige Tage in Barcelona mit der Ursprungsfamilie meine Mannes verbringen. Aurelio zurück zu lassen, in einem anderen Bett schlafen, aus der Wohnwagenreise raus gehen, Wehmut ist dabei…



… und die Wiedersehensfreude groß! Es ist im Wohnwagen - oh Überraschung - alles wie hinterlassen. Ggf. ein paar Tiere mehr im Wagen als vorher. Ich bilde mir ein, dass das in Häusern ebenso der Fall ist, nur da diese größer sind, fällt dies nicht so schnell auf. Wir 5 freuen uns nach den letzten Tagen ohne Aurelio wieder auf die gemeinsame Erlebnisreise.

 
 
 

Kommentare


Kontakt

bottom of page