Packen, packen, packen
- Judithsvilla
- 20. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Ja wir verreisen. Ja der Traum ist Wirklichkeit. Ja es kann losgehen. Ja und was benötigen wir eigentlich?
Die Reise war in unseren Köpfen manifestiert und in progress. Unseren Alltag lebten wir weiter: Arbeit, Schule, Kindergarten, Elternzeit, Hobbys, Termine, Freunde und Freundinnen treffen. Bei immer mehr Momenten schaltete sich der Kopf ein, der dachte „oh ja das nimm mit!“ Meist wenn ich etwas in der Hand hielt oder in einer Aktion war. Diese Momente häuften sich, leider auch mehrfach bei ein und demselben Gegenstand wie ich irgendwann registrierte. Ich beschloss meine Geistesblitze aufzuschreiben und schrieb alles nieder. So auf das Papier notiert wurde es jedoch recht schnell unübersichtlich. So kam es dass ich mich dem Packen allumfassend widmete und eine Packübersicht erfasste.
Ich setze mir die Vorgabe minimalistisch zu packen. Wir haben keinen großartig verfügbaren Platz und kein Gewicht über für übermäßiges Gepäck. Meine Zeit will ich statt mit aufräumen oder putzen, in Familie bei gemeinsamen Aktivitäten verbringen - in oder um den Wohnwagen, wie auch bei Ausflügen. Ergo: desto weniger ich mitnehme, umso höher stehen meine Chance auf Quality Time. So die Theorie. Ich versuchte außerdem vorhandene Gegenstände wie Schüsseln, Besteck, Stifte, Bettdecken nicht zusätzlich zu kaufen, sondern das bereits in unserem Eigentum befindliche vom Haus direkt in den Wohnwagen zu verfrachten. Das funktioniert gut, wenn ich die Sachen kurz vor Start einpacke. Lange im Voraus kann ich die Sachen so nicht in Aurelio deponieren, da bspw. die Bettwäsche die ganze Zeit über in Nutzung ist.
Letztendlich geh ich beim Planen folgendermaßen vor: ich gehe von Raum zu Raum und schaue mich intensiv um. Dabei notiere ich mir was davon mit in den Wohnwagen genommen wird. Im Spielbereich schaue ich mit den Augen meiner Kinder - lasse absichtlich die „best off“ Spielsachen zu Hause. Überraschenderweise erhebt kein Kind Einwand etwas besonderes mitnehmen zu wollen. Ich setze auf Gemeinschaft, vielseitig einsetzbares Spielzeug und Spielsachen für Regentage, ein Kind erwacht zeitiger als der Rest der Familie oder auch für die Autofahrt. Da wir viel unterwegs sein werden, gibt es auch Nützliches für Ausflüge. Weiter gehe ich die Woche vor Abreise mit offenen Augen durch die Einkaufsläden und nehme Kleinigkeiten mit, die bis Spanien im Wohnwagen versteckt verstaut bleiben. Mit meinem Mann halte ich Rücksprache besonders was wir (und er für seine Arbeit) an technischen Equipment benötigen oder ggf. überflüssig ist - Tablet ja, Laptop dann auch noch? Ein Ladekabel für mehrere Telefone?
Die Kleidung packt jeder eigenständig - zumindest ich und mein Mann - für 7 Tage. Schätzungsweise werden wir aller 3 - 4 Tage waschen und haben rechnerisch dadurch noch ausreichend Kleidungsstücke zum anziehen. Meine Kinder begleite ich beim Wählen der Kleidung je nach deren Können enger oder lediglich mittels Absprachen. Die Kleidung haben wir zusätzlich einige Wochen vor Start schon probehalber gepackt um sicher zu stellen, dass alles Benötigte da ist (passende Winterjacke, wärmende Wollhose). Wenn etwas fehlte, gab es ausreichend Zeit es noch zu besorgen.
Für die so Haus- oder besser Wohnwagenapotheke gab es einiges zu packen ebenso wie fürs Bad. Die Vorbesitzer*Innen unseres Kastenwagens empfahlen uns ein paar Besonderheiten für die Trockentrenntoilette. Ebenso, trotz dass ich ein riesen Fan der Toilette bin, ist mindestens Kind3 körperlich zu klein um den Po über den Stuhlgangsbehälter zu halten. Mit dem Wissen und der Erfahrung das für solche wichtigen Momente Zeit und Ruhe benötigt wird, schaffte ich kurzerhand noch ein Töpfchen herbei. Zum Waschen der Kleidung kaufte ich Waschmittelpulver ein, welches im Vergleich zu flüssigem Waschmittel Gewicht spart. Für hartnäckige Flecken setze ich während der Reise auf Gallseife.
Wichtig empfand ich auch zu wissen, was NICHT mitgenommen werden soll. Wegen des Gewichts und seinem sperrigen Zustand haben wir uns gegen die Mitnahme unseres Bollerwagens entschieden. Mögliche 5 Fahrräder fielen ebenso auf Grund des Gewichts direkt raus. Auch hat Kind2 riesigen Spaß daran entwickelt, die Füße des Wohnwagens manuell aus- und einzufahren. Wir hofften dass dies auf alle Überschwingen würde, und entfernten u.a. deswegen auch den Akkuschrauber aus unserer Packliste.
Nun also die grobe (!) Packliste, die praktisch über Wochen entstanden und übersichtshalber zu Themen zusammengefasst ist:
Allgemein
Kuscheldecken und Felle zum wärmen
Scheren für Groß und Klein
Hocker
einmal Bettwäsche pro Person in der Winteredition
ein Wechsel Bettlaken
Wäscheständer
Grundausstattung an Nähzeug
pro Familienmitglied ein Rucksack
Picknickdecke isolierend und wasserdicht
Kerzen
Spielsachen
gemeinschaftliche Aktivitäten: bspw. Volleyball, Seifenblasen, Springseil, Frisby
unterwegs entdecken: Lupe, Schnitzmesser, Spazierstock
Sandkasten Spielsachen
zur ruhigen Beschäftigung: Tattoos, Stickeralben, Hefte zum Malen, Rätsel
Küche
Grundausstattung zum Essen 5x (Teller, Tassen, Besteck, …)
Grundausstattung zum Kochen (Pfannen, Kochtopf, Kochlöffel, …)
Schneidemesser für Kinder und Erwachsene
Thermotrinkflaschen
Obst und Gemüse für die Reisetage
Essensvorräte für eine Woche
Schneidebrettchen
Technik
alles was der Wohnwagen benötigt (bspw. für die Solarpanelen)
Arbeitsutensilien mein Mann
Laptop und Tablet
Elternhandys
2 Induktionsherde
Taschenlampen
Musikspieler
Kleidung
Winterkleidung
Regenkleidung (mit Gummistiefel)
1 x kurze Kleidung
6 x lange Kleidung
Badekleidung
Wärmendes wie Socken, Wolljacke
Schuhe
Gesundheit Apotheke
Unterstützung bei Erkältung
Öle
Nahrungsergänzungsmittel
Hilfe bei Wunden
Hygiene Bad
Damenhygiene
Zahnputzzeugs
Nägelhygiene
Sonnencreme
Utensilien für die Trockentrenntoilette
Töpfchen
6x Handtücher
Haarpflegemittel
Waschmittel fest und Gallseife
Dont
Laufrad bzw. Fahrräder
Bollerwagen
Akkuschrauber
Juhu es war vollbracht: es gab eine theoretische Übersicht was alles mitgenommen werden sollte. Die lag dann so vor sich hin und wartete auf ihren Einsatz. Ich bemerkte, dass ich mit verstreichender Zeit immer mehr ergänzen wollte, ob die Sache nun unbedingt notwendig war oder nicht. Weiter gab es einige unkontrollierbare Variablen: Mein Mann, mein 1. Kind, mein 2. Kind und mein 3. Kind. Auch würde interessant werden, ob meine in Gedanken gepackten Dinge so in der Praxis funktionnieren würden. Wir hatten, bis auf ein Probewochenende, keinerlei Erfahrung mit dem Leben im Wohnwagen. Ich war positiver Dinge und so konnte es schon bald los gehen…




Kommentare