Girona - Ausflugsziele (Teil 1 von 3)
- Judithsvilla
- 5. Nov. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Nov. 2025
Roses y Platja de Empuriabrava
Unser 1. gemeinsamer Ausflug steht an: es geht von unserem Campingplatz aus ca. eine halbe Autostunde ab nach Roses. Die Straße führt uns entlang des Strandes an dem es Unmengen freie, kostenpflichtige Parkplätze gibt. Wir erhaschen jedoch einen der wenigen kostenfreien in der Stadt und finden uns an einem perfekten Ort wieder: vor uns erstreckt sich eine Promenade aus Spielplätzen. Die Kinder sind kaum zu halten und holen die in den letzten Reisetagen verlorene Spielzeit auf. Ich nutze die Gunst der Sekunde und husche in einen NaturBio Laden gleich um die Ecke und versorge uns mit Essensvorräten. So spielen die Kinder sich von Spielplatz zu Spielplatz bis in die Innenstadt nähe des Strandes vor. Ein paar Erledigungen stehen an: Kind3 benötigt eine Trinkflasche die es selber öffnen und schließen kann (Wir werden fündig). Ebenso gab es an unserem 1. Reisetag noch 2 Paar Kopfhörer mit jeweils einem Kabel … die erste Fahrstrecke waren sie da und anschließend spurlos verschwunden. Die kaufen wir auch nach.
Wir lassen uns treiben und gelangen zum Strand. Die Kinder hüpfen bei 20 grad Außentemperatur und Sonne ins Wasser, die Freude ist so groß. Es ist windig. Ich genieße den Anblick des Meeres mit meinen spielenden Kindern und meinem Mann. Dieser macht eine tierische Entdeckung: einen Oktopus mitten im Meeresufer - lebendig und frei. Wir sind begeistert.
Wir gehen weiter am Strand entlang bis zu L‘Espigó. Einen der Dämme spazieren wir 5 so weit wie möglich ins Mittelmeer hinein. Die Sonne ist herrlich, der Wind weht stark. Wir beobachten ein Boot beim anlegen, die Kinder sind stark beeindruckt und besonders Kind2 saugt die Informationen auf.

Zurück am Strand nutzen wir einen der zahlreichen Spielplätze, passenderweise als Boot gebaut. Dabei lassen sich blau grüne Papageien blicken die gerade ein Nest in einer Palme bauen. Das kenne ich so nicht, ich fühle mich fern meiner Heimat, wie im Urlaub. Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen und peilen anschließend Platja de Empuriabrava an. Die Fahrt dahin ist ein Erlebnis: es gibt mehrere resige Verkaufshäuser in denen Yachten ausgestellt sind. Ich fühle mich wie in Venedig (wo ich übrigens nie gewesen bin). Links und rechts tauchen immer wieder Mittelmeerarme auf. Häuser, Villen, Fincas, Apartments mit natürlich deren eigenen Yachten die in genau diesen Mittelmeerarmen liegen. Wow!
Aus Bedenken keinen Parkplatz zu bekommen, steuern wir die 1. freie Parklücke in der Nähe vom Meer an. Dann zum Strand gehend, ist erkennbar: Das ist völlig unnötig gewesen. Es gibt Unmengen an Plätzen und etwas weiter entdecken wir auch: der Strand ist leer. Ja es gibt Menschen, Familien, Paare, sehr viele deutschsprachig. Jedoch ohne Vergleich zu dem riesigen, weitläufigen, enormen, sagte ich bereits riesigen? Strand. Wunderschön. Es ist so einladend - Hier hüpfen wir alle (kurz) ins Wasser.
Punta de Cap de Ceus y Cadaqués
Eine lange Fahrt steht uns bevor, die ich übernehme und wünsche mich bereits bei den ersten Kurven auf den Rücksitz. Der Weg führt kurvig durch die Berge, nah am Abhang entlang. Ich Glückspilz fahre hinter 2 Wohnmobilen, wodurch die daraus dahinter sich bildende lange Autoschlange also nicht auf mich zurück zu führen ist. Ich atme auf als kein Abhang mehr zu sehen ist. Dafür sind jetzt die so genannten Straßen, meinetwegen besser als Asphaltweglein bezeichnet, so eng dass geradeso 2 Autos in Schritttempo nebeneinander vorbei fahren können. Ich komme doch irgendwie irgendwann an und mir ist warm!
Das Wetter spielt auch mit: Sonne und um die 20 Grad mit einer leichten Prise. Wir schauen uns auf der Punta um - ein paar Tourist*Innen sind da. Auch das Restaurant ist geöffnet. Der Ausblick lässt mich innehalten: wann sehe ich schon mal so etwas landschaftlich schönes? Ich kann bis zum Horizont blicken, die Sonne spiegelt sich im ruhigen Wasser wieder. Die Berge sind bis in weite Ferne zu erkennen. Ich bin, wir sind, beeindruckt.

Ein ausgezeichneter gelber Wanderweg mit ca. 1500 Metern und ein mittleren Schwierigkeitsstufe scheint uns angemessen. Wir stapfen los. Schon nach den ersten Metern höre ich von Kind1 „oh das macht so Spaß“ und „das ist so schön“. Ich bin ehrlich verwundert und frage nach was „so schön“ ist: Der Weg. Ich kann das für mich auch bestätigen: es geht hoch, runter, über kleine und große Steine hinweg. So viele Steine. Teilweise geht es mit Händen und Füßen gemeinsam vorwärts, ein aufregender Weg - ohne Schatten. Wir beobachten mehrfach Vogelgruppen die sich zu einer größeren Gruppe zusammentun. Alleine kein Geräusch, machen sie in der Gruppe Lärm. Wir legen eine Picknickpause ein und folgenden anschließend weiter dem etwas spärlich ausgeschilderten Weg.

Unser Routenziel ist eine Art Höhle „sa Cova de s‘infern“. Die erreichen wir und der Anblick zeigt die Kraft des Wassers: Ein über Jahre entstandenes Loch in einem Fels. Wir genießen, pausieren und machen uns auf den Rückweg. So richtig gibt es da keines unserer gelben Rundwegzeichen, den gleichen Weg nehmen kommt für mich keinesfalls in Frage und so ist der Rückweg kreativ (und letztendlich umständlich) gestaltet. Aber: es klappt gut, denn wir kommen wieder am Auto an, einsteigen und es geht los nach Cadaqués.
Wir wählen den einzigen, gut befahrbaren, grossen, verfügbaren Parkplatz direkt beim Einfahren in die Stadt. Dort befindet sich leider auch gerade eine Baustelle, die Begrüßung ist daher eher laut statt wie der Rest des Städchens im harmonischen Einklang. In der Innenstadt angelangt erstrecken sich vor uns enge, liebevoll hergerichtete Gassen mit ebenso kleinen, individuellen Geschäften. Mopeds und Motorräder fahren an den engsten Stellen von diesen engen Gassen entlang. Die Hauswände sind verziert mit Blumen und Sträuchern und sogar Gemälden.

Wir schlendern hindurch, lassen uns treiben und landen am Strand. Er besteht aus einem Sand-Steingemisch in den ich mich setze und beobachte wie der Rest der Familie Steine ins Wasser wirft. Überraschenderweise hält genau (!) da wo eben noch meine Familie Steine geworfen hat, das Boot vom anderen Tag in Roses an, nur hier ist kein Steg vorhanden. Das Boot ist tourboot für Städte hopping ggf. deshalb also um es den Tourist*innen zu erleichtern. Über das Reformhaus, um noch ein paar Einkäufe mitzunehmen, trödeln wir 5 zurück zum Auto. Aktuell liegt Cadaqués ganz klar weit vorn in meinem Städteranking, nicht dass ich eins hätte, sehr niedliche kleine Stadt.
Komplett einzigartig ist unser Zeitmanagement sowie die Ausflugskombination nicht. Mit uns verlässt Cadaqués ein Ehepaar welches auch zeitgleich vorab am Punta de Cap de Ceus angekommen war. Gewiss haben wir verschiedene Dinge an den Orten getrieben aber das zeitliche Resultat bleibt das gleiche. Ich schaue auf die Uhr - wir waren (mit Fahrt zwischen den beiden Orten) 5 Stunden unterwegs.
Archeology Museum Empúries
Die Ruinen einer ehemaligen Stadt zu sehen, klang einladend und so stieß ich auf das archäologische Museum. Die Rezensionen lasen sich vielversprechend. Die Fahrt ist verhältnismäßig kurz und wir parken unter Bäumen, für den Hochsommer wohl sehr angenehm und auch jetzt hat es seinen Charme. Wieder lassen sich die Grünsittiche blicken. Sie scheinen vor Ort normal zu sein, wie Palmen, für mich nicht, für mich ist beides etwas beeindruckend.

Der Eingang ist einzigartig eindrucksvoll konstruiert und somit kaum zu verfehlen (mein Mann Lots uns dennoch in eine andere Richtung …). Die „kostenfreie“, audiovisuelle Führung lehnen wir ab, wird im laufe des Tages wie ich sehe von fast allen genutzt. Wir betreten das Freilichtmuseum und folgen dem vorgegebenen Rundgang, gefällt mir - ein Rundgang, kein one way. Erst schauen wir uns die Trümmer einer griechischen Stadt an. Die Zisternen sind am leichtesten sich noch vorzustellen, die herzförmige bleibt mir definitiv im Gedächtnis. Bei den Häusern und Tempeln die früher anders aufgebaut waren als heutzutage, fehlt mir das notwenige Vorstellungsvermögen. Da sind Grundrisse aus Steinen und ich ziehe diese gedanklich hoch und setze ein Dach drauf, aber wie da Menschen gelebt haben, die Farben, das Leben, alles zusammen, übersteigt mein Vorstellungsvermögen.

Nach der griechischen Stadt folgt ein paar Meter weiter eine römische Stadt, das verarbeitet mein Gehirn erst einmal. Ggf hilft der Audioguide und die Schilder für mehr Nachvollziehbarkeit, aber so hoch liegt meine Priorität dafür nicht. Meine Kinder entdecken auf den Wegen überwältigend viele Schneckenhäuser. Am Rande des Festplatzes der römischen Stadt lassen wir uns nieder und halten eine Mittagspause ein. Kurz danach verlassen wir 5 das archäologische Museum.
Parc Natural dels Aiguamolls de l´Empordà
Auf jeweils unserem Weg nach Roses und Cadaqués sind wir an dem Schild "Parc Natural dels Aiguamolls de l´Empordà“ vorbei gefahren. Es klang so als wenn es und gefallen konnte, also fuhren wir einen Vormittag (ein spanischer Vormittag gegen 11 Uhr) hin.
Die Schranke war geöffnet, parken frei, kein Eintritt für den Weg, generell wenig Betrieb. Ich schiebe es auf die Nebensaison. Die Mappe zeichnet mehrere Wege aus, den kürzesten mit 2 km, das passt für uns. Es ist leider kein Rundweg sondern Hin- wie Rückweg gleich. Ob die 2 km für hin- und Rückweg oder für nur die Hinweg galt also das Ganze mal 2 zu rechnen ist, weil ist ja das gleiche und somit zu lang für die kinderbeine wäre, wer weiß.
Wir starten vielversprechend: Warm, wolkig, etwas urig der Weg neben einem stehenden Bach - vielversprechend. Auf dem Weg gibt es immer wieder Aussichtspunkte, sehr schön angelegt, ob nun etwas größeres tierisches gesehen werden kann oder nicht, die Miradors sind ein angenehmer Ort um sich aufzuhalten.
An einem Moment auf unserem Weg hören wir aufgeregtes Enten Gegacker und sind ganz kurz davor die Abgrenzungen zu umgehen um dem Geräuschen zu folgend als sich erneut ein Aussichtspunkt auftut. Wir hechten und können angekommen ein buntes, lautes Vogeltreiben beobachten. Enten, verschiedenste Enten, Storche, Fischreier und als Highlight: Flamencos. Frei wie sie sind und sein wollen. Wir genießen.

Wenig später treffen wir auf eine Herde Schimmel die beeindruckend an uns vorbei galoppieren. Ein Angestellter, der uns bei dem One Way mehrfach passiert, erzählt dass die Pferde über einige ehemalige Reisfelder hinweg frei leben. Eine weitere Herde Hengste sehen wir durch den spanischen Sumpf grasen. Kind 1 und 2 sind gefangen von diesem friedlichen Anblick - ich auch.
Anschließend haben wir 5 Hunger und legen eine Picknick gemeinsame Pause ein. Neben uns erstreckt sich ein Turm, den wir anschließend besteigen. Oben angekommen wird das Ausmaß des Parks deutlich: riesige Flächen, ehemalige Reisfelder mit den dazu gehörigen Reistürmen.

Auf dem Rückweg vom Turm zum Ein- bzw. Ausgang sehen wir ein 2. Mal einen grün strahlenden Gecko am Wegesrand eingefroren. Er ist wirklich leuchtend grün und dennoch im Gras zu übersehen. Etwas weiter passieren wir eine Familie, die jemand anderen den Park beschreibt mit „ein paar Pferde, mehr haben wir nicht gesehen. Wir gehen.“ So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Uns 5en hat es sehr gut gefallen, auch wenn die Kinderbeine vor allem unter den heißen Sonnenstrahlen sehr schwer waren. Letztendlich kostet uns der gesamte Ausflug keinen Cent - kein Eintritt, keine Parkgebühren - und 4 Stunden unseres Lebens.



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