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Girona Ausflugsziele (3 von 3)

Das Vulkangebiet La Garrotxa


Volcà Montsacopa und Olot


In der Provinz Girona legen wir einen längeren Stopp im Vulkangebiet „La Garrantxa“ ein. Ich sowie die Kinder finden Vulkane schwer beeindruckend. Bei der Recherche wo es in Spanien welche gibt, bin ich unter anderem auf Olot gestoßen. Dort fahren wir hin und parken das Auto im Parkhaus im Zentrum der Stadt. Es gibt einen ausgeschilderten Weg von da aus zu Volcà Montsacopa, dem wir folgen. Es überrascht uns wie viel Betrieb an einem Sonntag in dieser Stadt ist. Kind3 schaut sich das ganze Geschehen von den Schultern meines Mannes aus an, der Rest marschiert eigens das hügelige Stadtgebiet bergauf. Irgendwann geht es in eine Art Park, aber eben einen Vulkanpark. Kaum Bäume, der Untergrund ist aus Vulkangestein: schwarz. Weiter gehts auf dem Weg nach oben und der Ausblick ist wunderschön: Die kleine Stadt Olot, dahinter die Berge, ein paar Wolken und Sonnenschein.




Die Beschilderung des Wanderweges empfinde ich als recht minimalistisch (Schilder aller jeder 3. Abbiegung bei denen dann noch verschiedenste Interpretierungen möglich sind), und klammere mich daher an die Mappe mit den gekennzeichneten Wegen, welche mein Mann mir von der Rezeption des Campingplatzes gab. Nun ja, was soll ich sagen: wir kommen an, lassen uns in der Mitte des ehemals brodelnden Vulkans nieder und spielen „Krake“. Das Spiel kenne ich nicht und auch nach zahlreichen Erklärungsversuchen seitens meines Kindes, bleibt es dabei. Ich spiele einfach mit und das scheint zu passen. Sehr sogar, ich muss so stark lachen, dass mich alle fangen können und andersherum ich niemanden gefangen bekommen. Kurzum: wir haben Spaß.


Anschließend gehen wir um den Krater herum, erklimmen einen der sich dort befindlichen kleinen Türme und begeben uns vulkanabwärts mit einem anderen Weg als hinzu, ein Rundweg also. Wir steigen breite Stufen hinab, gelangen wieder in die Stadt Olot und gehen enge Gassen entlang. Im Zentrum erklären sich die vielen Menschen: es ist Stadtfest. Für Kinder aber auch Erwachsene sind Spiele ausgestellt und zur Nutzung bereit gestellt (bestenfalls mündet das in einem Kauf). Weiter gibt es zahlreiche Stände von Käse über Fleisch zu Naturwaren und Handgefertigen. An den Käseständen schlemmt sich unsere Familie durch und so verlassen wir mit gefüllten Händen die Stadt.


Olot
Olot


Castellfollit de la Roca


Das Bild einer Stadt auf einem Fels hatte ich bei meiner Recherche in „was zu sehen in Spanisch“ entdeckt und ich war angetan. Definitiv ein Ort den ich mir ansehen wollte. Das Castellfollit de la Roca war dann auch der ausschlaggebende Grund weswegen wir überhaupt erst in die Gegend gefahren sind.


Der Tag ist da, der Ausflug steht an. Wir haben eine kurze Fahrt, die wegen Befindlichkeiten eines meiner Kinder jedoch gefühlt sehr, sehrlang ausfällt. Ein weiteres Kind lässt sich von der Stimmung mitreißen, meine Chancen auf einen angenehmen gemeinsamen Tag sinken. Ich parke auf einem Parkplatz direkt am Felsvorsprung, der scheinbar auch als Wohnmobil Stellplatz dient. Der direkt daneben liegende Spielplatz reißt es heraus: meine 3 toben sich aus, die Laune von den 2en steigt rapide und anschließend spazieren wir gemütlich zum Castellfollit de la Roca.


Kaum Autos begegnen uns auf den so engen Straßen. Die Häuser sind unfassbar niedlich. Ob es auch praktisch ist darin zu wohnen? Mit runden Ecken scheint es mir eher nicht so. An der Kirche Esglésie Vella angelangt schauen wir uns auf dem Felsvorsprung das Tal an, entdecken eine wunderschöne hölzerne Brücke unter der ein Fluss fließt und die Autobahn auf der wir ziemlich wahrscheinlich angereist sind. Wir legen eine Snackpause ein. Anschließend begeben wir uns auf den ausgeschilderten Weg zu der eben gesehenen Brücke.



Der Weg ist unterhaltsam für mich und meine Kinder - eine Wasserrinne am Rande des Weges, ein Wasserspender. Der unebene nach unten verlaufende Untergrund ist besonders herausfordernd für Kind3. Es gibt immer wieder Bänke zum verschnaufen, die von den verreinzelt uns entgegenkommenden keuchenden Erwachsenen genutzt wird. Ich bade mich in Freude, dass wir den Weg nach unten und geplant einen anderen Weg zurück zu dem Fels zurück zum Auto gehen. Ich werde da also nicht schnaufend nach oben stapfen müssen.


Wir erreichen das Tal und gehen den Weg an einem Bach entlang, der dann zu der hölzernen Brücke führt, die sich über einen sehr breiten Fluss erstreckt.


hölzerne Brücke Castellfollit de la Roca
hölzerne Brücke Castellfollit de la Roca

Darauf verbringen wir einiges an Zeit. Der Blick zu Castellfollit de la Roca ist malerisch, im Fluss sind Fische zu sehen und wir sind allein, keiner drängt. Wir folgen der ausgeschilderten 13… bis zu dem Punkt an dem wir kehrt machen. Ja genau, wir stehen an einer Hauptstraße ohne Fußgänger*innenweg und ich sehe nicht einmal wo es theoretisch weiter gehen soll. Vor lauter schnell hin und herfahrender Autos und 3 Kindern bei mir, habe ich auch überhaupt gar kein Bedürfnis zu suchen. Wir machen kehrt. Auf einer Mauer wird pausiert - immerhin geht es jetzt doch noch den Berg rauf und ich benötige fitte Kinder und ausreichend Energie für mich und meine Geduld.


Die Brücke erstreckt sich wieder vor uns und beim 2. Mal darüber laufen, scheint es mir als wenn jetzt langsam zu Saisonende doch ein paar handwerkliche Ausbesserungen vorgenommen werden könnten. Einige Bretter am Boden sind locker. Das Geländer weist Lücken auf.


Wir kommen am Fuße des Aufstieges an. Ich merke dass ich hier in Spanien ein Problem mit One Way Aktivitäten entwickle. Ich mag wirklich Rundwege. 2 mal am gleichen Ort vorbei zu laufen zerrt an meinen Nerven. Es hilft nix, wir 3 stapfen nach oben, Kind3 spielt seine Karten klug aus (hebt mir 2 niedliche, kleine Ärmchen entgegen) und natürlich trage ich es.


Oben angekommen sind wir doch etwas k.o. und lassen uns an einer Wasserstelle - ohne Wasser - nieder. Kind1 hatte Seifenblasen eingepackt und die erhellen hier die Gemüter in dem sie durch die engen Gassen fliegen, ihnen schreiend hinterher gerannt wird. Stört kaum jemand, es ist wenig los. Anschließend sind die Hände meiner 3 völlig verklebt, wie sie das auch geschafft haben mögen, und wir 4 erinnern uns lediglich an eine funktionierende Wasserstelle - beim Abgang. Also geht es nochmals zur Hälfte bergab, Hände säubern, Kind3 auf die Arme und ab nach oben.

Castellfollit de la Roca von der hölzernen Brücke aus
Castellfollit de la Roca von der hölzernen Brücke aus

Wir gehen zurück zum Parkplatz neben dem Spielplatz. Eigentlich müssten die 3 k.o. sein, zumindest vermittelten sie zwischenzeitlich das Gefühl, aber da kommt doch prompt die Energie zurück. Es wird ausgiebig gespielt und anschließend düsen wir ab.


Volcà de Santa Margarida


Einen weiteren Vulkan möchte ich mir gern noch anschauen. Ich peile den Volcà de Santa Margarida an, welcher sich in unmittelbarer Nähe vom Campingplatz La Fageda befindet. Das Auto wird geparkt und der Ausschilderung folgend, ist Weg 1 zum „Cràter“ unserer. Ich darf direkt Kind3 tragen, bin dieses Mal besser vorbereitet als gestern: Kind3 hat, wie sonst üblich wenn wir zu 5 unterwegs sind, keinen eigenen Rucksack dabei. Der Inhalt des Rucksackes ist auf den von uns anderen 3en verteilt. Ich trage nun also 15 kg statt 15 kg+, die hängend nach hinten ziehen.


Die Landschaft ist waldig und das Vulkangestein unter unseren Füßen ist uns mittlerweile vertraut. Nach etwa 10 Erwachsenen Lauf-Minuten erspähen wir ein Haus, ein zu Hause und eine Scheune - alles aus Holz. Etwas in die Jahre gekommen aber absolut herzerwärmend befinden sich dort menschengroße Holzschnitzereien. Es gibt Zwerge, Oktopusse, Pilze, Quallen, vieles mehr und mein Highlight: Wale. Gut, dass kein Verkäufer/keine Verkäuferin vor Ort ist, ich würde wohl Millionen lassen. Weiter erfreuen sich meine Kinder über eine zutrauliche Katze, die es sich in der Sonne bequem gemacht hat und abwechselnd von meinen 3en gestreichelt wird. Währenddessen ziehen mehrere Schulklassen und ein paar Wandersleute an uns vorbei, klar es ist ein ganz normaler Wochentag.


Vulkangestein unter meinen Füßen Vulca de Santa Margarida
Vulkangestein unter meinen Füßen Vulca de Santa Margarida

Es geht weiter für uns und der Weg geht nun steil bergauf. Wir legen mehrere Pausen ein. Ich erwähnte bereits, dass ich Kind3 trage? Wieder überholen uns mehrere Schulklassen. Ob wir da oben alle Platz haben? Wir kommen schließlich oben an, und sehen weiterhin Bäume. Hm. Wir folgen dem Weg, nun leicht bergab. Hm. Ich tausche Kind3 tragen gegen einen Rucksack eines anderen Kindes tragen. Ich bin gespannt wann wir ankommen, der Vulkan scheint doch grösser zu sein als der in Olot besichtigte. Der Weg zieht sich. Doch irgendwann sehen wir statt Weg und Bäumen, Licht und Gras! Viel Gras! Viel Gras mit Kirche! Wir sind da. Ein Paar Schulklassen ebenso wie andere wenige Tourist*Innen. Kein Problem es gibt mehr als ausreichend Platz. Wir wählen einen Sonnenplatz. Ja Sonne, schon wieder, immer noch, ich finds klasse. Im Top sitze ich da, mitten im Herbst. Im Schatten würde mir das nicht einfallen, da ist es frischer. Zu 4. breiten wir unsere Habseligkeiten aus und lassen es uns schmecken. Anschließend verfallen die Kinder dem freien Spiel, umrunden die Kirche und entdecken Geckos. 


Kirche in Volca de Santa Margarida
Kirche in Volca de Santa Margarida

Der Krater kann umrundet werden aber ansonsten geht es den gleichen Weg entlang zurück, nur bergab. Welch Erleichterung für mich. Auch Kind3 bemerkt den Unterschied und erfreut sich daran den nun leichten Abgang selbst anzugehen. Aus ca.1,5 Stunden Hinweg, werden 30 Minuten Rückweg. Unten angekommen befinden sich einfach wieder einiges an Schulklassen. Wir schnappen unser Auto und verlassen den Parkplatz.

 
 
 

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