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Familienausflüge in der Provinz Murcia, Spanien

Cartagena


Eine spontane Aktion nach der Arbeit im Dunkel nach Cartagena rein zu fahren. Ein Runde am Hafen entlang spazieren ist definitiv eine angenehme Idee: der große Hafen mit Bewegung von Schiffen, Anglern und sogar (trotz Dunkelheit) ein Boot mit Paddler*Innen, die gerade erst zu starten scheinen. Eben für mich ergreifend, da in Spanien mit der Dunkelheit im Herbst/Winter die Aktivitäten nicht vorbei sind.


Ein Teil des Hafens mit Walflosse
Ein Teil des Hafens mit Walflosse

Da es nur ein kurzer Ausflug ist, geht es nur noch einmal die Einkaufsstraße entlang um ein paar notwendige Dinge zu besorgen: Weihnachten steht vor der Tür und eine Trinkflasche darf erneuert werden. Ein Spielplatz findet sich immer noch und dann gehts auch schon ab zurück in die Finca.



Mazzarón


Die Kinder und ich starten an einem warmen, windigen Vormittag auf nach Mazzarón (Stadt). Der Weg führt übers Nirgendwo heraus ab auf eine Mautstrasse. Ich gebe zu, ich MEIDE Mautstraßen nicht aus den üblichen Geldgründen. Eher versetzt mich der Gedanke an geschlossene Mautschranken, leeres Häuschen und eine unruhig wartende Autoschlange hinter dir in inneren Stress. Nun gibts leider keinen Weg dran vorbei - Augen zu und durch.


Meine Ziele für den Tag sind ambitioniert, aber auch variabel. Also mal schauen was draus wird.


1. Station: der rote See „Laguna de las Minas de Mazarrón“

Nach ein paar Fehlparkversuchen aufgrund von sehr ungenauen, eher erfundenen Koordinaten, parkt das Auto am Straßenrand am äußersten (!) Stadtrand. Ein Schritt um die Ecke und wir 4 befinden uns auf einem Trampelpfad und irgendwie nicht so ganz offiziellen Weg. Die ersten Meter sehen wir selbst gebaute, heruntergekommene „Häuser“ aus Pappe und Laken. Das Gefühl eher mulmig, hier in das zu Hause von jemanden eingetreten zu sein.

Wir gehen weiter und dann kommt nur noch Natur. Also ein schmaler Weg, wir können nur hintereinander laufen, links und rechts kniehohe Büsche. Jeder Schritt ist begleitet vom Weghüpfen von Heuschrecken. Es sind so viele! Und dann Zack stehen wir oberhalb von einem roten See. Ja tatsächlich er ist rot. Rot, röter, dieser See. Am Rande gelb, wo Schatten drauf lugt blau und der große Rest rot. Wunderschön anzusehen.


der rote See
der rote See


2. Station: Ruinen „Sierra Minera de Mazarrón“

Wieder zurück im Auto, wird ein paar Meter weiter geparkt, wieder am äußersten Rand der Stadt, dieses mal andere Stelle, und wieder beim ersten Schritt runter von der Straße in einer „Straße“ von Personen geplatzt, die da (wohl geduldet) leben. Jetzt sind auch welche zu Hause, ich eile geraden Blickes mit den Kindern durch. Es ist wieder ein kurzer noch stärker verschmutzter, müllreicher Weg als vorher. Hier liegen Matratzen, Mülltüten und Kühlschränke. Die Gegend an sich ist wunderschön. Die Berge so außergewöhnlich und ja ein paar Ruinen erkennen wir. Wir erhaschen sogar einen Blick von noch weiter oben auf den roten See, den wir eben gesehen haben. Die Wege sind nicht ausgeschildert sondern einzig durch meine Suche auf dem Navi mit Satellit entstanden. Ich kann nicht, und doch auch, verstehen warum.


Station 3: die Spirale „playa la azohia“

Von den Ruinen aus konnten wir bereits die Stadt Mazarrón unter uns sehen. Dabei waren 4 Hügel zu erkennen. Einen davon mit spiralförmigen Weg (von uns „die Spirale“ genannte), da wollten die Kinder hin. Ich parke das Auto auf einem öffentlichen Parkplatz so dass es ein wenig durch die kleine Stadt geht bevor wir den Park erreichen.


An dem Spiralberg angekommen, geht es aufwärts. Der Weg ist geprägt von: Hundekot. Vom ersten bis letzten Schritt oben. Ein Wunder dass niemand von uns etwas unabsichtlich abbekommt. Die Kinder schnaufen nach einer Weile, dann ist es aber auch schon geschafft. Oben angekommen  sehen wir wieder ganz Mazarrón unter uns bzw. um uns herum. Der Boden ist von Scherben und angebrochenen Glasflaschen gepflastert, die eine verfügbare Bank kaputt. Auf der anderen lassen wir uns zum Essen nieder, die Kinder haben Hunger.


oben angekommen bei dem Spiralberg
oben angekommen bei dem Spiralberg

Der Wind bläst, die Sonne scheint. Es ist der erste Tag in Spanien in unserer bisherigen 6-wöchigen Reise an der wir bemerken, dass es kälter wird. Wir gehen bergab und entdecken am Rande einen Spielplatz. Ich bin seelig: setze mich in die Sonne und weiß meine 3 glücklich auf dem (sauberen) Spielplatz, der dank Zaun kein Entrinnen ermöglicht.


Station 4: das (ehemalige) Schloss

Es vergeht einiges an Zeit bis die Kinder bereit sind zum weitergehen. Wir huschen fix am Auto vorbei um die warme Kleidung zu holen. Die Sonne ist am untergehen und die Temperaturen sinken. Ebenso benötigt mein Handy Saft von der Powerstation. Wie sollte ich nach Hause kommen ohne Navigation? Wie bitte haben das meine Eltern früher geschafft?


Warm eingepackt geht’s zum Park des Schlosses (auch ein entstandener Kinderwunsch) durch ein paar schmale Straßen. Ebenso sind Häuserwände mit Gemälden verziert. Am Schlosspark angekommen: geschlossen. Schade. Die Kinder dadurch etwas nörgelig muss ein Alternativplan her.


Hausgemälde
Hausgemälde


Station 5: der Spielplatz Purisima Garden

Wir schlängeln uns zurück durch die sehr engen Straßen. Ich komme zum 3. (!) Mal an ein und demselben Schaufenster vorbei. Wie kann das bitte sein? Der Spielplatz reißt es dann jedenfalls heraus. Es ist ein für die Stadt im Verhältnis großer Platz mit Bar, Restaurant, mehreren Spielmöglichkeiten, Springbrunnen und tatsächlich wir verweilen ein wenig und mit späterer Stunde füllt sich der Platz mit Teenager*Innen und anderen spielenden Kindern. Gegen 17:30 Uhr verabschiede ich mich von meinem Freund dem einen Schaufenster, ich sehe dabei noch ein Schild welches die Wanderwege in Mazzarón bewirbt. Na das wäre mal vorher interessant gewesen. Nun ja schließlich düsen wir über die Maut-Autobahn zurück zu unserer Finca irgendwo im nirgendwo.


Weitere mögliche Stationen in Mararrón, die wir nicht geschafft bzw. angepeilt haben:

* Cabezo de Vulcano: eine Erhebung wie das Schloss

* Sagrado Corazón de Jesús: auch eine Erhebung, wie die anderen genannten

* Minas de Mazarrón: andere Ruinen


Puerto de Mazarrón


Verwirrend einfach: etwas von der Küste entfernt ist die Stadt Mazarrón (siehe oben) und direkt am Mittelmeer befindet sich dann der Puerto, Hafen, de Mazarrón. Logisch. Einfach. Da fahren wir für ein paar Einkäufe hin: Ziel ist eine Markthalle die einen ökologischen Laden beinhaltet.


Es wird in der Nähe des Strandes geparkt und zu dem Bioladen geschlendert. Hier und da huscht mal jemand in die Geschäfte und es werden vor allem Mitbringsel und Geschenke eingekauft. Vor allem die vielen beachtenswerten Zeichnungen an Hauswänden oder Treppen gefallen mir sehr. Gerade noch pünktlich vor Schließung, diese Siesta hat auch seine Tücken, schaffen wir es zur Markthalle.


Treppenzeichnung
Treppenzeichnung

Ein paar wenige Läden sind an diesem Samstag Vormittag geöffnet unter anderem Natural Verdiana. Das Geschäft weißt alles auf was wir benötigen: Obst, Gemüse, Nüsse, Trockenfrüchte, Pasta, Brot, Konserven, Fleisch, Käse, Joghurt und ist dennoch vielleicht 20 m2 klein. Der Verkäufer und Besitzer ist vor allem redselig und wir verbringen einiges mehr an Zeit in dem Laden, um die ein oder andere Information auszutauschen. Ja es bildet sich hinter uns eine Schlange aaaaber: das war mit der Person vor uns, als sie bezahlen wollte, auch schon so. Ich bin überzeugt: die Konstante ist der Verkäufer.


Der Strand „Playa de Nares“


Mit den Einkäufen lassen wir uns am Strand nieder und schlemmen was das Zeug hält. Die Kinder spielen, genießen den ruhigen Wellengang und ich… nun ja ich ärgere mich über den Wind. Es ist der 2. Tag in Folge mit angesagten starken Wind und ich bestätige, es ist windig und ich mag es nicht. 


Wir laufen ein paar Meter am Strand entlang und entschließen uns spontan den Fels entlang hoch zu klettern. Kind3 genießt den Elternlift nach oben, die anderen beiden klettern hier und klettern da mit absoluter Begeisterung. Oben angekommen ist es ein traumhafter Ausblick: Meer plus noch mehr Meer, Sonne die sich im Meer spiegelt und keine Wolke am Himmel. Werde ich den Anblick auch mal satt haben? 


Ausblick von dem Fels
Ausblick von dem Fels

Jedenfalls fällt mir beim Blick zurück auf den Strand wo wir herkommen auf, dass der Strand den ich eigentlich angepeilt hatte, daneben liegt. Upsi. 


Der Strand „Playa del Castellar“


Das wäre dann nämlich Playa del Castellar, mit herausragenden Bewertungen und Schilderungen im Internet. Nun gut, da wir jetzt schon am Strand waren, geht’s da zumindest noch auf den Spielplatz unter anderem im Leuchtturmstil (mal kein Schiff). An diesem und dem vorherigen Strand fällen mir die Toilettenhäuser auf. So niedlich gestaltet! Offen, kostenlos, reinlich und das überhaupt welche zur Verfügung stehen. 


völlig normale Toiletten am Strand
völlig normale Toiletten am Strand


Felsformation „Area Camper El Moreral Las Gredas de Bolnuevo“


Auf dem Rückweg zum Campingplatz la finca fahren wir mit dem Auto an Area Camper „El Moreral Las Gredas de Bolnuevo“ vorbei, im Internet hoch angepriesen. Und ich bestätige: es ist außergewöhnlich anzusehen, wie auch immer das überhaupt zu Stande kam. Aber: Aus dem Auto steigen wir nicht einmal aus. Das Gebiet ist abgesperrt, einen besser Anblick oder besseres Erlebnis als auf dem Auto gibt es demnach nicht und was anderes als vor der Absperrung stehen, geht es nicht.


Felsformation
Felsformation


Aussichtsplattform „Cabezo del Gavilán Pico del Águila“


Dafür geht es über eine Brücke zu der Aussichtsplattform „Cabezo del Gavilán“. Es passt zeitlich so gut, dass auf der Aussichtsplattform der Sonnenuntergang beobachtet werden kann. Das Farbenspiel an dem Nachmittag ist, wie langweilig das zu sagen, wie jeden Nachmittag, malerisch und ergreifend. Ich habe mich entschieden: nein daran kann ich mich nicht satt sehen. 


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