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Ausflüge in Alicante (Teil 2 von 3)

Aktualisiert: 19. Mai

Der Saurierpark „DinoPark Algar“


2 Fliegen mit einer Klappe schlagend stehen für den Tag 2 Attraktionen an: ein Saurierpark sowie Wasserfälle. Beiden Attraktionen befinden sich lediglich wenige Autominuten voneinander entfernt. Wir steuern erst den Saurierpark an und werden dort von 2 riesigen sich bewegenden, Geräusche-machenden Tysannosauriern begrüßt. Auf dem Parkplatz haben wir bis auf 3 belegte, freie Platzwahl und ich weiß vor so viel Möglichkeiten gleich gar nicht welche ihn nehmen soll. Ein Luxus der Nebensaison.


Diese Hürde gemeistert, wird alles zusammen gepackt und ab geht’s zum Eingang. Ich überfliege die Preisliste in dem Moment indem die Verkäuferin bereits „50 Euro“ verkündet. Uppala. Zähneknirschend lege ich den Schein nieder. Bin ich froh drüber, dass ich die einzige Erwachsene bei dem Ausflug bis, sonst wäre es noch teurer geworden.


Der Drehkreuzeingang bereitet meinen 3en große Freude, welches wiederrum meine (noch finanziell gedrückte) Stimmung hebt. Einmal den Park betreten werden wir von weiteren sich bewegenden Sauriern angebrüllt. Meine Kinder finden das wenig aufregend, wenig animierend und hatten nach den ersten Minuten am Drehkreuz den meisten Spaß. Das zieht sich so durch - die animierten Saurier und der Effekt bei meinen Kindern. Zwischen den verschiedenen Ausgestorbenen sind unterschiedliche Kakteen gepflanzt. Der Park gibt sein Ganzes mit Botanik zu punkten.


Im Zentrum des Saurierparks befindet sich:


  • ein kleiner Spielplatz,

  • 2 Wasserspielplätze (zu dem Zeitpunkt im November ausgeschaltet),

  • Möglichkeiten für Dino-Fotos,

  • eine Imbissbude,

  • Tischen zum picknicken,

  • ein Haus zum Dino 3D Kurzfilm anschauen,

  • eine Ausgrabungsstätte und

  • ein Schildkröten Teich.


Von letzterem sind wir 4 hin und weg. Es ist eine kleine Idylle in mitten der umliegenden Geräusche.


Schildkrötenteich
Schildkrötenteich

Nach ein bisschen Spielplatz spielen, zieht es die Kinder zu der Ausgrabungsstätte. 2 graben aus, eins grabt. Nach einer Weile schließe ich mich dem an, wir vertiefen uns in das Projekt, finden die besten Wege das Skelett frei zu legen und haben dabei gemeinsam mächtig viel Spaß … bis die Imbissverkäuferin mich in netterweise mehreren Sprachen darauf hinweist, dass das Ausgraben lediglich für bis 15-jährige gestattet ist. Hm. Ja tatsächlich das könnte an einem Schild gestanden haben. Aber ich sehe mich um, sehe keine weitere Menschenseele auf dem weitläufigen Platz, nicht einmal in der Umgebung. Ich lege meine Arbeitsutensilien wie geheißen ab und setze mich an den Rand. Mir wurde mein Spaß genommen. Den Kindern (leider) auch, wir fühlen uns nicht mehr willkommen. Recht schnell beenden sie die Ausgrabung (nein, das ganze Skelett wurde nicht frei geschaufelt) und wir rennen quasi den Weg hinaus zum Auto, der durch den Einkaufsshop führt bei dem meine Kinder nicht mal mehr fragen ob sie etwas bekommen dürfen.

Ausgrabungsstätte
Ausgrabungsstätte

Auf dem Parkplatz angekommen setzen wir uns an einen annehmbaren Platz - es ist mittlerweile gar kein anderes Auto mehr da - und essen zu Mittag. Die Idee initial war das in dem Park zu tun. Anschließend fahren wir gestärkt zu den Wasserfällen.


Die Wasserfälle „Les Fonts d’Algar“


Die öffentlichen Parkplätze (Car park fuentes del algar Aparcamiento Publico) sind zu dem Zeitpunkt leider geschlossen, so dass ich auf einen privaten ausweichen muss. Ich bezahle 5 Euro fürs Parken und erhalte zusätzlich einen freien Toilettengang bei Restaurant XY. Immer noch besser als das Angebot beim vorherigen privaten Parkplatz: 10 Euro und es muss im Restaurant XY etwas konsumiert werden (fairerweise: 5 Euro Wertgutschein ist enthalten).


Auf unserem (sehr schmalen, ungeschützten und nicht erkenntlichen) Weg zu den Fontänen begegnen mir noch mehr solcher Auffälligkeiten: Es werden Badeschuhe zur unbedingt notwendigen Sicherheit des nicht ausrutschens verkauft - der Laden ist geschlossen. Ausschilderungen um für 1 Euro die Toiletten benutzen zu dürfen, bei Einkauf in dem Laden wird dieser verrechnet. Kurz vor den Fontänen will noch jemand ein Foto (endgeldlich) von uns schießen. Nein auch das nicht. Endlich zum Eingang durchgekämpft sind die Eintrittspreise aufgrund der Temperaturen in der Nebensaison reduziert: 12 Euro für uns 4, ein Leichtes im Vergleich zum Saurierpark.


So passieren wir die Kasse und hangeln uns an den Geländern die Fontänen nach oben. Wir sind umgeben von Wasser: neben uns ein künstlich angelegter breiter Wasserlauf, ein kleiner Wasserfall dahinter, ein großer neben uns. Da ein natürliches Becken und dort auch. Laut Verkäuferin dürfen wir überall baden, sie empfiehlt uns jedoch einen ganz hinteren Bereich wegen hiesigem flachem Wasser. Ja ok, so also der Plan. 


Es rauscht und plätschert in den Ohren als wir weiter fortschreiten. Hier und da befinden sich Menschen im Wasser, mal zum genießen, mal für eindrucksvolle (Pärchen)Fotos schießen. Die Kulisse ist auch wirklich malerisch. Am Ende angekommen schlüpfen wir in unsere Badekleidung und lassen schon mal die Füße ins Wasser. Oha, frisch. Mehr als die Füße geht in dem Bereich allerdings nicht. Die Frau am Eingang hat es wirklich sehr sicher für uns gemeint. Dennoch gehen wir wieder nach vorn ins tiefe für die Kinder und für mich hüfthohe Wasser. Alle 4 huschen mehr oder weniger lang in das kalte Wasserfallwasser hinein.


unser Badeort
unser Badeort

Als wir fertig mit baden, trocknen und umziehen sind, ist keine andere Person mehr da. Welch Luxus. Die Sonne ist weg, es wird langsam dunkel. Es gibt noch einen weiteren, kleineren Teil der Wasserfälle wohl mit Restaurant, Sitzplätzen und Spielplatz aber wir alle 4 sind voll mit Eindrücken von dem Erlebten und so nehmen wir freiwillig (!) den gleichen Rückweg und fahren zu Aurelio und meinem Mann zurück.


Der Strand „Platja de la Illeta“


Eines Nachmittags gehen wir zum „Platja de la Illeta“, welcher fußläufig von unserem Campingplatz zu erreichen ist. Der Weg von Campingplatz aus dahin ist jedoch etwas mühselig:


  • teilweise gibt es keinen Gehweg

  • es müssen Bahngleisen überquert werden

  • die Kinder, dessen Motivation bei eintöniger Strecke den Gefrierpunkt erreicht


Das Ziel Strand im Fokus und Kind3 auf mir wohnend, kommen wir schließlich voran. 15 Minuten laufen wir insgesamt und dann ist der Sandstrand in Sicht. Die Kinder freuen sich endlich wieder im Sand zu spielen. Es gibt auch ein Spielplatz, yepp in Form eines Schiffes. Irgendwann wird es dunkel und damit kehrt auch direkt die (spanische) Kälte ein.


mal wieder ein Schiffsspielplatz
mal wieder ein Schiffsspielplatz

Zu unserer Überraschung taucht neben dem Spielplatz im Dunkeln eine Markthalle auf, die seine Pforten öffnet, das Licht anschaltet, Musik an und anschließend hören wir einen Marktschreier, der die Fänge des Tages versteigert. Wir sind so angetan, dass es uns dahin verschlägt und wir das Geschehen beobachten. Ein Fang wird gezeigt und mit einem Preis angeboten, welcher sich mehr und mehr reduziert. Am Ende sind alle Fänge verkauft.


Der Aussichtspunkt „Mirador del Far de Santa Pola“


Der Aussichtspunkt „Far de Santa Pola“ liegt etwas weiter entfernt von unserem Campingplatz, jedoch klappt das Autofahren in Spanien mittlerweile ganz gut. Die Kinder können sich die Fahrten bis zu einer gewissen Zeit gut vertreiben und ich gewöhne mich mehr und mehr an die spanischen Schilder, die spanische Fahrweise, die spanischen Motorräder und dazu die laufende Navigation, weil ich natürlich nie weiß wo ich lang fahren muss, plus meine 3 Kinder.


Als wir nun in die Straße zur Aussichtsplattform abbiegen, sehe ich vor mir eine sehr sehr lange, schmale, gerade, wirklich sehr sehr lange Straße. Entgegenkommende Autos, keine Option. 20 km/h maximal. Für um die 2 km. Meine Geduld am seidenen Faden.


Geparkt wird letztendlich am „Apartment del Mar de Santa Pola“, die letzte Möglichkeit von ein paar mehreren vorab, vor der Aussichtsplattform. Die letzten Meter laufen wir, auch wenn einige Autos noch näher, im Parkverbot, parken. Ich kann’s verstehen, es ist so wenig los, es ist unwahrscheinlich, dass das aktuell überhaupt irgend jemanden interessiert bzw. stört.


Wir laufen die paar Meter und kommen an „Far de Santa Pola“ an. Eine gebogene Brücke hoch oben auf einer Felsgruppe, die scheinbar in der Luft hängt. Wir nähern uns dem Ganzen, überqueren es und können dabei so unfassbar weit über das Mittelmeer schauen! Im Meer entdecken wir die Insel namens Nova tabarca. Auch unterhalb vom Felsen erstreckt sich noch ein kurzer Landstreifen. Ich schau nach unten und nun ja, es ist schon wirklich sehr hoch auf der Brücke. Diese ist eher weniger kindersicher, da die Geländerstangen doch recht weit voneinander entfernt sind.


Brücke und Ausblick
Brücke und Ausblick

Ich kehre mit den Kindern um und bemerke dabei dass der Ort auch ein ehemaliger Stützpunkt gewesen sein muss, da es Ausschilderungen dazu gibt. Am Parkplatz gibt es Picknickbänke an denen wir zu Mittag essen. Was so viel bedeutet wie, dass jede und jeder von uns seinen Rucksack entleert und daraus dann jede(r) das sich liebste Essen zusammenstellt. Anschließend klettern die Kinder noch ein bisschen auf den Bäumen und wir treten den gefühlten australischen Outback Weg zur Heimreise an.


Die Höhle „Cova de les Calaveres“


Direkt vor der Höhle gibt es einen Parkplatz auf dem wir parken. Es gibt nur sehr wenige Plätze, um die 10, aber aktuell sind fast alle frei. In dem dort befindlichen Shop werden die Tickets (10 Euro für uns 5 Personen) gekauft und schon gehts zu dem großen Höhleneingang. Ein paar Dinosaurier sind ausgestellt. Kristalle und Fossilien werden zum Verkauf angeboten. Mit den vergleichsweise paar Euros in meiner Tasche kann ich mir davon keinen leisten.


Es geht weiter in die Höhle hinein begleitet von afrikanischer Musik. Warum diese uns in der gesamten Höhle begleitet, verstehe ich nicht, kann es aber auch gut ausblenden. Die Höhle an sich ist eindrucksvoll, aufschlussreich und schön anzusehen. Sehr Hoch, verschiedene (natürlich entstandene) Farben, ein paar Pflänzchen, informative Beschilderung auch wie es früher mal gewesen war und Fossilien in den Wänden zum anfassen. So erfahre ich, dass an einer Stelle in der Höhle früher mal ein Gewässer gewesen ist.


Farben der Höhle
Farben der Höhle

Der Weg geht tief hinein in die Höhle. Irgendwann ist jedoch abrupt Schluss, kein Weg geht mehr weiter und wir gehen den gleichen Pfad wieder zurück. Glücklicherweise ist die Höhle visuell sehr ansprechend, also auch von der anderen Seite nochmals zu sehen angenehm. Noch nicht ganz ausgepowert fahren wir nach Tossalet (Partida Balseta en Alacant).


Tossalet (Partida Balseta en Alacant)


Das Auto wird geparkt und schon die ersten Meter wird deutlich: Tossalet ist ein kleiner Ort mit vielen Tourist*Innen. Von den wenigen Menschen die wir treffen, nehmen Holländer*Innen (es gibt ein Restaurant das ausschließlich niederländischer Essen anbietet) die eine und Deutsche die andere Hälfte ein.


Wir spazieren die einzig mögliche Straße entlang und nehmen die erste Chance reißaus um auf den kleinen Berg, unser Ziel, zu gelangen. Es sind keine 10 Minuten Gehweg und wir stehen vor einen Sportpark mit Spielbereich. Bewegung ist genau was wir gerade brauchen. Alle 5 toben sich u.a. an den Sportgeräten aus.


 Spielplatz
Spielplatz

Zufälligerweise begegnen wir bei dem Sportbereich einer Familie, die wie wir vorher auch schon in der Höhle „Cova de les Calaveres“ gesichtet haben, an diesem Ort wieder. Dementsprechend: einzigartig ist unsere Idee nicht, macht es aber dadurch nicht schlecht. Wir haben Spaß und so kann der Tag enden.

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