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Die Hochzeit: Auto und Wohnwagen

Aktualisiert: 12. Jan.

Wie kommt unser Wohnwagen an unser Auto ran? Der Theorie nach: Die Deichsel vom Wohnwagen wird an die Anhängerkupplung vom Auto angehangen. Leider ergab sich ein Problem: unser Auto hatte keine Anhängerkupplung. Aber alles von Anfang…


Mit den ersten Gedanken zu unserem Roadtrip wurde uns klar, dass der Wohnwagen unsere mobile Unterkunft sein darf. Unser Auto hatten wir genau in dem Jahr der Reise, sprich 2025, abbezahlt. Leider wies es keine Anhängerkupplung auf. Das schien uns beim Erwerb für nicht notwendig. Ebenso wenig wie ein besonders starker Motor oder auch ein Dieselmotor. Jetzt nach Austausch mit anderen Wohnwagenbesitzer*Innen, einigen Podcasts und Recherchen später ist mir durchaus bewusst: unser Auto besitzt definitiv nicht die besten Voraussetzungen, um einen Kastenwagen zu ziehen. Nun ja, das sind jedenfalls die Gegebenheiten und wir durften das Beste daraus machen.


Es erwies sich jedoch als überaus herausfordernd eine Werkstatt ausfindig zu machen, die an unsere Familienkutsche eine Kuppelung anbauen konnte. In unserem Fall war das kein Routineeingriff, da spezielle Werkzeuge benötigt wurden, die nicht jede Werkstatt besitzt. Allein diese Erkenntnis kostete uns 2 Monate. Dankbar übergaben wir schließlich unser Auto an die Werkstatt, die uns nach mehreren Telefonaten die lang ersehnte Anhängerkupplung mit Technik an- und einbaute. Es war nun also möglich den Wohnwagen mit dem Auto zu ziehen. In der Zwischenzeit war dann auch schon der Kastenwagen umgemeldet.


die Anhängerkupplung
die Anhängerkupplung

Wir befassten uns während des ganzen Prozess auch mit einigen der technischen Details. Hier ein paar Zahlen:


Wohnwagen


  • technisch zulässige Gesamtmasse: 1.300 kg 

  • Leergewicht: ungefähr 1.100 kg 


Auto


  • technisch zulässige Gesamtmasse: 2.180 kg

  • Masse des in Betrieb befindlichen des Fahrzeugs (Leermasse): 1.505 kg

  • Technisch zulässige Anhängelast gebremst: 1.300 kg


Kurzum: bedachterweise ist die maximale Anhängelast von unserem Auto gleich der Gesamtmasse des Wohnwagens. Somit schöpfen wir das Maximum aus der Anhängelast heraus.


In den Wohnwagen können wir 200 kg zuladen. Das klang mir anfänglich unfassbar viel. Dann dachte ich an das Vorzelt, an Gasflaschen und das Essen für 5 Personen für bestenfalls mehr als nur einen Tag. Von dem Vorzelt verabschiedeten wir uns alsbald, da es für unseren Zweck unpassend schien. Der Auf- und Abbau sollte schnell von statten gehen, da wir aller 3-4 Tage weiter reisen wollten. Das war mit dem Vorzelt nicht gewährleistet. Wir entschieden uns für eine Sackmarkise. Diese ist jedoch auch nicht erheblich leichter. Gasflaschen spielten kein Thema mehr als letztendlich die gesamte Gasvorrichtungen entfernt wurde. Der Großteil des Essensvorrates und Trinkens sollte im Kofferraum des Autos Platz finden, da das Auto laut der Gewichtsangabe noch 675 kg zuladen kann. Da ich schon 200 kg für viel empfand, ist das Auto in meinen Augen quasi ein Freifahrtschein. Nichtsdestotrotz gilt der Vorsatz: Reisen mit leichtem Gepäck.


Ein weiterer Punkt der uns Herzklopfen bereitete, war unser Führerschein. Mein Mann und ich besitzen beide den Führerschein für die Führerscheinklasse B. Mit diesem darf das Gesamtgewicht des Anhängers maximal 750 kg betragen (mit einem Blick in die Zahlen war klar, das trifft nicht auf uns zu.) oder mehr als 750 kg, wenn das zuzügliche Gesamtgewicht des Gespanns maximal 3,5 Tonnen beträgt. Die Taschenrechner glühten und halbe Stunden später war klar: klein aber Oho, wir kommen durch: Mit knapp unter 3,5 Tonnen benötigen wir keine zusätzliche Führerscheinprüfung und keinen erweiterten Führerschein.


Die nun letzte, selbst auferlegte, Hürde war ein Probe-Camping-Wochenende. Die erste Fahrt mit Auto und Wohnwagen stellte uns auf harte Proben: enge Straßen, scharfe Kurven, aufgeregte Kinder, rasante Autofahrer*innen und vor allem der Blick in den Rückspiegel, welcher das wohlige Gefühl eines mobilen zu Hauses mit sich bringt jedoch nicht wie gewohnt, einen Einblick in das Verkehrsgeschehen. Den Hürden zu Trotz meisterten wir dieses Wochenende. Damit waren dann auch die letzten Gedanken sich eventuell sogar ein anderes, Wohnwagen-geeigneteres Auto zuzulegen bei Seite geschoben. Okay, und eventuell auch die Zeit. Denn zum Zeitpunkt nach dem Probewochenende hatten wir noch genau 3 Wochen bis Start unseres Roadtrips. Es galt sich langsam ans Packen zu begeben…



 
 
 

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