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Ausflugsziele in der Provinz Tarragona

Reus


In einer Nacht und Nebel Aktion starten wir 5 los nach Reus. Künstlerisch soll einiges von Dali und Gaudi zu sehen sein, also auf auf dahin. Unsere Ankunftszeit lieg jedoch so weit nach hinten, dass wir gerade noch ein paar wenige offene Geschäfte erwischen und das nur weil diese bis 20:30 Uhr geöffnet haben. Das beschleunigt das durch die Straßen schlendern mit meinen Kindern, allerdings füllen sich die Straßen nun von ü18 Personen. Auch wenn wir nur an den Geschäften vorbei laufen, scheint es als wenn hier viel Geld gelassen werden kann. Wir erhaschen allerdings nur einen Blick auf einen Bruchteil der Geschäfte die teilweise sehr ansprechend aussehen.


Die Innenstadt mit Kirche und Rathaus ist eine Augenweide. Das Casa Navàs passieren wir, jedoch ohne hinein zu gehen (erwähnte ich bereits die Nacht und Nebel Aktion und späte Stunde?). Den größten Spaß erleben meine 3 auf dem Weg zurück zum Parkhaus: einen kleines Kinderkarussell und gleich darauf die Rolltreppen.


Reus, bestimmt bedeutende, Kirche
Reus, bestimmt bedeutende, Kirche


Die Stadt Tarragona


Meine 3 und ich fahren zusammen nach Tarragona. Auf dem Weg zum Parkhaus in der Stadt fahre ich bereits an dem Hauptziel und der Hauptattraktion des Ausfluges vorbei: das Amphitheater. Aus dem Augenwinkel scheint es mir kleiner als in meiner Vorstellung/Hoffnung und irgendwie unvollständig, aber ich bleibe optimistisch. Das Parkhaus ist sehr effektiv eingerichtet mit seinem Parkplätzen und so übe ich mich beim Einparken auf engstem Raum unter Beobachtung einer wartenden Autoschlange.


Wieder im Tageslicht angekommen steuern meine Kinder zielgerichtet eine Eisdiele an. Wie sie auf die Idee kommen, ich weiß es nicht. Glückspilze sind sie denn es gibt Eis ohne Zucker und so schlagen wir (unüblicherweise vormittags) zu. Anschließend bestaunen wir 4 den Ausblick von der Aussichtsplattform Balcó del Mediterrani auf das Mittelmeer bei teils bewölktem, teils sonnigem Wetter. Von da aus geht’s schnell zum „Roman Amphitheater of Tarragona“. Und auch da sehe ich bereits beim näher kommen, eigentlich alles was es zu sehen gibt. Dennoch wollen wir das Amphitheater betreten. Ich zähle als zahlende Person, die Kinder sind frei, das erleichtert die Entscheidung ein wenig. Es gibt einen Audio Guide, bestimmt interessant, aber unpassend für uns 4 also entfällt dieser. Wir treten ein. Gleich zu Beginn wird ein spanischer Film zu dem Thema vorgestellt, welchem die Kinder (wahrscheinlich besser als ich) verstehen. Durch die Sehenswürdigkeit an sich sind wir schnell durch, es ist tatsächlich klein und die Zuschauerplätze  sind nur noch zu 1/4 erhalten. Im Zentrum wurde nach der Zeit der Römer ein Gebäude in Form eines Kreuzes (Vogelperspektive) gebaut, so dass die eigentliche vollständige Bühnefläche schwer zu erkennen ist. Es wird zum Fakt: meine Vorstellung trifft sich leider nicht mit der Realität.


Tarragona  Ampfitheater
Tarragona Ampfitheater

Das Amphitheater etwas gedämpft verlassend, entdecken wir direkt daran vermehrt Katzen und es scheint einen offiziellen inoffiziellen Katzen Sammelpunkt zu geben, wo diese auch gefüttert werden. Unser Weg führt uns an den streunenden Katzen vorbei Richtung Strand und Mittelmeer. Dort suchen wir uns einen (schwer zu findenden) Taubenkot freien Ort auf demrSteinmauer zum picknicken. Es entwickelt sich mittlerweile eine Art Euphorie die Rucksäcke zum Picknick zu leeren, da der Inhalt meist für alle eine Überraschung, da jede(r) unabhängig von den anderen frühs packt. So ist das Essen eine zusammengewürfelte, kreative Sensation. Anschließend testen die Kinder den Trainingsparcour und Spielplatz am Strand.


Den Strand anschließend entlang spazierend zieht es uns in den Hafen. Die Schiffe auf offenem Meer haben wir bereits bestaunt, jetzt offenbaren sich uns kleine Motorboote im Yachthafen. Von da aus blitzen auf der anderen Seite immer wieder größere Schiffe hervor die unser Interesse wecken. Dank Baustelle müssen wir einigen Zusatzweg (bei schon erschöpften Kinderbeinen) in Kauf nehmen um dann erneut zum Hafen, anderer Teil Nahe dem Kunstmuseum, zu gelangen. Das lohnt sich! Gewaltig groß sind die bestimmt 10 Schiffe die sich uns bieten.


Recht ausgepowert geht es Richtung Auto. Natürlich taucht in solchen Momenten ein Spielplatz auf. Wegen Regenwetter mit Matschhose, gehts für die Kinder da drauf. Schnellstens huschen wir nun in einen kleinen Supermarkt und die Einkaufsware landet direkt im Mund. Ich bin mir sicher nur so bringen die Kinder die restliche Energie auf um den Weg zum Auto zu schaffen und so gehts für uns zurück zum Campingplatz.


Platja de la Marquesa


Die Kinder sind aufgeregt denn an diesem Tag leihen wir uns erstmalig Fahrräder aus. Diese haben wir uns aus lauter Vorfreude am Vortag bereits ausgesucht. Es galt herauszufinden ob in jeder Größe ein passendes dabei ist, plus bei meinem Fahrrad soll ein Kindersitz dabei sein. Kind3 fährt Fahrrad aber die angedachte Tour erstreckt sich über 20 km, was aktuell noch unschaffbar ist. Zusätzlich ist es (unpraktischerweise) der Tag nach dem Krankenhaus - die Erschöpfung ist bei allen da. Jedenfalls leihen wir die Fahrräder bei unserem Campingplatz TAIGA Delta de l´Ebre aus. Ich sprieße vor Stolz auf mich, denn ich organisiere das alles auf spanisch mit ein wenig Kinder-Übersetzungshilfe.


Die Fahrräder sind augenscheinlich in einem gepflegteren Zustand als mein eigenes in Deutschland. Die von den Kindern sind matschig und meines hat dicke Mountainbike Reifen. Ich bin überrascht, da ich einfache Stadträder erwartet habe. Meine Mann lasse ich mit Wäsche und Abwasch zurück. Ob er das machen wird, weiß ich nicht, aber ich kann es ja mal probieren. 3 kleine und eine größere Seele verlassen nun den Campingplatz, ein kurzes Stück die Straße und schon geht es am „Delta de l‘Elbre“ entlang. Der Weg ist in kürzester Zeit abwechslungsreich: erdig, sandig, huckelig, mit Schlaglöchern versehen und matschig. Jetzt formt sich der Zusammenhang zu den matschigen Fahrrädern. Eines ist der Weg jedenfalls definitiv nicht: asphaltiert oder und langweilig. Kind1 fährt stumm durch die Pfützen und entlang der Kanten. Kind2 hat den Spaß überhaupt und reizt die Vorzüge des Fahrrades aus. Ich kann bei beiden den Spaß quasi greifen. Über die Bewegung und ein niedliches kleines Kind3 hinten auf dem Rad sitzend, freue auch ich mich immens.


Unsere Route führt uns direkt am Mittelmeer entlang: links von uns das Wasser, rechts Reisfelder. Es gibt einige Aussichtsplattformen und auf dem „Mirador del Goleról“ machen wir die Entdeckung: Flamencos. Aus der Entfernung sehen sie weiß aus, ab und zu ist etwas rotes zu erkennen was aufblitzt, die Flügel? Die Personen neben uns tragen ein Fernglas mit sich, das ergibt Sinn. Wir nicht. Doch auch ohne erhaschen wir Einblicke in die Tierwelt: wir identifizieren eben die Flamencos, Fischreier, Enten, schwarze Enten, weiße Enten, noch mehr Enten, später noch Fische, und … Vögel. 


die weißen Punkte: Flamencos
die weißen Punkte: Flamencos

An den Aussichtspunkten gibt es Erklärungen und die korrekten Bezeichnungen dieser, alles ist ausgeschildert, nur eben in spanisch. Jedenfalls sehen wir tatsächlich sehr sehr sehr sehr sehr viele dieser Tiere. Wir erfreuen uns über jedes einzelne: aus dem Wasser springende Fische, Fischreier am Wegesrand, die vor uns davon fliegen wenn wir uns mit den Rädern nähern, sich streitende Flamencos und fliegende Vogelgruppen. Mein wichtigstes Utensil an dem Tag: die Bauchtasche. Handy raus, Foto, Handy rein. Handy raus, Route überprüfen, Handy rein. Handy raus, gucken, Handy rein. Auch fahren wir an einem kleinen Bootshafen vorbei, ich sehe Fischereinetze, kleine Motorboote und es riecht. Es riecht stark. Es riecht sehr stark. Das schnellnpassierend, gelangen wir zu „Platja del Fangar, El cementiri de barques“ und es stimmt: im Wasser liegen Boote, einfach so da gelassen, dem Aussehen nach seit Jahren. Bleiben die dort für bis zum zersetzen? Was macht das mit der Umwelt? Es liegt jetzt schon hier und da Müll herum. Nicht viel, auch weil das Gebiet so weitläufig ist und schätzungsweise wenig Menschen diese Orte passieren, aber doch einiges ist da. 


Platja del Fangar, El cementiri de barques
Platja del Fangar, El cementiri de barques

Unsere Strecke dem Ende sich nähernd kommen wir vermehrt an „area privada de caca“ vorbei. „Area privada“ übersetze ich frei als „Privatgrundstück“, aber für „caca“ reichen meine und die Sprachkenntnisse der Kinder nicht aus. Wir 4 kichern jedes Mal wenn das Schild erneut vor uns auftaucht, was vermehrt passiert als wir die letzten 4 km auf einer Autostrasse fahren. Mit dem Asphalt unter den Rädern geht’s flink voran. Ich habe keine Bedenken wegen dem Verkehr auf der Straße ohne Fahrradweg zu fahren (auch für Fußgänger*Innen ist kein extra Weg vorhanden). Ich kann 100 Meter vor- und rückwärts schauen und sehe kein einziges fahrendes Auto, es ist eine abgelegene, ruhige Gegend.


Wir kommen jedenfalls nie am eigentlichen Ziel, dem Leuchtturm, an. Am Ende der langen Autostraße befindet sich ein Restaurant (Restaurant Vasco) und ein Strand (Platja de la Marquesa). Der Weg zum Leuchtturm führt an der Seite entlang und ist versperrt. Trotz das einige Autos die Absperrung öffnen, durchfahren und wieder verschließen, ist die Abenteuerlust für den Tag aufgebraucht. Es ruft mal wieder der Strand und wir verbringen 1-2 entspannte Stunden vor Ort: spielen, entspannen, essen, entdecken die Tierwelt, telefonieren, haben Spaß.


Irgendwann ist es an der Zeit den Rückweg anzutreten, es wird langsam spät, die Dunkelheit im Nacken sitzend. Bei der initialen Planung waren vor allem die 13 zu fahrenden Kilometer Hinweg eine Herausforderung. Einmalig als Hinweg machbar, aber das ganze nochmals zurück?! In meinem Kopf spielten sich die verschiedensten Szenarien durch wie wir es zurück schaffen könnten. Welche es auch immer waren, diese jedenfalls nicht: meine Kinder schlagen mit Elan den Rückweg ein, so dass wir innerhalb einer Stunde ankommen - mit kleineren Pausen. Den Hinweg fuhren wir etwa 3 Stunden. Es sind anschließend alle k.o. und glücklich. Es wird meinen Mann berichtet was erlebt wurde und dabei löst sich das Rätsel „area privada de caca“ was „privates Jagdrevier“ auf katalanisch heißt. Ein Glück dass ich das erst nachher erfahren habe!


„Mirador David Bigas“ und „Playa del Trabucador“


Gestern waren wir noch mit Fahrrad unterwegs, heut wieder mit dem Auto da unsere Ziele einiges an Fahrtstrecke entfernt sind. Und so kaufen wir auf dem Weg zu unseren Zielen in der Stadt Deltebre Verpflegung ein, vor allem Obst und Gemüse. Alles andere wie Nüsse, Knäckebrot und teilweise Aufstrich wird weiterhin im Kofferraum vom Auto transportiert. Ich habe sogar immer noch deutschen Tee eines blauen bekannten Discounters dabei :D mit nach Deutschland nehm ich den hoffentlich nicht wieder. Jedenfalls brachte der Transport des Essens meinen im Wohnwagen arbeitenden, wenn wir 4 mit dem Auto unterwegs waren, Mann bereits mehrfach in kleine Hungersnöte. Seitdem achte ich etwas mehr darauf, dass sich auch Verpflegung im Wohnwagen befindet wie Obst und Gemüse.


Ausreichend versorgt fahre ich an Reisfeldern und einer weiterhin faszinierenden Vogelwelt vorbei zum Mirador David Bigas.


Mirador David Bigas
Mirador David Bigas

Ich halte am Strand, der wenig touristisch mit seiner dunklen Farbe und etlichen Bausteinen (!) scheint, und wir 4 spazieren von da aus zur Aussichtsplattform. Wieder kein Fußweg, kein Fahrradweg, generell keine Fahrbahnmarkierungen, aber es ist auch irgendwo im nirgendwo und nichts der gleichen von Nöten. Auf dem Aussichtspunkt wird erneut klar: ein Fernglas wäre klasse. Die Aussicht ist klar und weit, aber Tiere lassen sich so von hier aus keine erblicken. Wir bewegen uns runter von der Plattform. Keineswegs demotiviert, nutzen wir die Menschenleere für ein Versteckspiel. Ich kann sagen: der Ort eignet sich überhaupt nicht dafür. Das interessiert die Kinder nicht, so scheint es den größten Spaß zu machen und ich bin gern mit von der Partie. 


Zurück beim Auto steht eine 35-minütige Fahrt an. Meine Kinder sitzen gemeinsam auf der Rückbank: Kind1 schmiert Schnitten, Kind2 schneidet Gemüse und Kind3 schlemmt. So vergeht die Fahrt dankbarerweise schnell für die 3. Angekommen am „Playa del Trabucador“ finden wir uns umzingelt von Sand - links Sandstrand so weit das Auge reicht, rechts das gleiche. Keine Bäume, keine Häuser. In der Mitte führt die „Straße“ entlang, die unglaublich weit führt und wir es irgendwann aufgeben ans Ende zu gelangen. Viele Wohnmobile parken auf angrenzenden Parkplätzen. Wobei viele relativ ist: auf 100 Parkplätze kommen 9 Wohnmobile und 1 Auto. Wir schließen uns der Ruhe und Entspannung an, parken das Auto, welchen als Schutz vor dem Wind dient und wir so ein Paar Stunden vor Ort verbringen. Voll getankt fahren wir zurück zum Campingplatz.


Playa del Trabucador
Playa del Trabucador


 
 
 

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