Ab ins Landesinnere - Campingplatz La Fageda (Provinz Girona)
- Judithsvilla
- 23. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Weg von der Küsten fahren wir ins Landesinnere. Die Landschaft wird hügelig und wir beten, dass unser Auto die Fahrt mit Aurelio hinten dran gewachsen ist. Besonders die letzten Meter zum Campingplatz sind bergig und einmal angekommen finden wir uns mitten im Wald wieder, in dem Vulkangebiet La Garratxa. Vor lauter Aufregung und Befürchtung den Anstieg auf dem Platz nicht zu meistern, verpassen wir unsere Parzelle und müssen etwas umständlich das Ganze wieder bergab nach unten. Einmal fündig geworden, überlegen wir mit den Gegebenheiten den besten Standort von Aurelio, Auto, spielenden Kindern und los geht das schieben. Auch hier eilt uns (ungebeten, aber definitiv nicht ungewollt) Hilfe herbei. Der Untergrund ist erdig, fast überall Gras oder mit Laub bedeckt, ein Lächeln umspielt meinen Mund, kein Staub. Ebenso wird eins meiner kleinen Träumchen war: 2 beieinander stehende Bäume sind meine Glücksboten. Ich packe die Wäscheleine, 2 Abseilachter und das Tragetuch und so begebe ich mich ans Werk. Einige Minuten später ist es vollbracht und wir haben eine hängende, einsatzfähige Hängematte. Vielleicht etwas zu bodennah, jedoch somit gut nutzbar auch für Kind3.
Unsere Ankunft ist an einem Sonntag gegen 13 Uhr. Viele Spanier*Innen sitzen an den Tischen vor ihren Wohnwägen und beginnen mit ihrem Essen, die für mich so genannte Siesta. Ca. 16 Uhr verlassen wir den Platz, da hören die meisten auf. Gegen 19 Uhr kehren wir wieder ein - fast alle Wohnwägen sind verschwunden. Ich bin von der Leichtigkeit beeindruckt: Diese Leute sind für ein normales 2 Tage langes Wochenende in ihre mobilen Häuser gezogen und haben Kurzurlaub gemacht. Und ja, hier gibt es Spanier*Innen sehr gut und laut zu hören. Ein paar niederländische, französische und deutsche Kennzeichen entdecken wir noch.
Auch haben wir am Anreisetag unseren 1. (und hoffentlich letzten) Kurzschluss. Die Idee ist folgende: 2 Gerichte zeitgleich mit 2 Induktionsherden warm und servierbereit zu haben. Scheinbar ist die gewählte Temperatureinstellung zu hoch und zack, Strom aus. Mein Mann tut und macht und versucht. Ich mime die Spanierin, setze mich mit den Kindern zum leider nun nur lauwarmen Essen hin. Ca. eine Stunde später sind wir satt und siehe da der Strom funktioniert wieder. Wie? Das wissen wir nicht.
Eine kleine Herausforderung gibt es für uns: Unsere Parzelle ist vergleichsweise weit von den Sanitäranlagen entfernt. Ich kann und möchte jedoch nicht für jeden Toilettengang die Kinder allein lassen, geschweige denn besonders die jüngeren allein schicken. Ich richte mich darauf ein, dass wir unsere bislang spärlich genutzte Trenntoilette nun mehr nutzen werden und diese dann regelmäßig, ich gehe von frühs und abends aus, leeren. Es kommt wie es kommen musste und das WC tritt zeitnah seinen Dienst an. So viel ist sicher: es ist wirklich gut machbar, hygienisch und auch noch handlich die Trockentrenntoilette anschließend zu säubern.
In unserem Wohnwagen Dasein werden wir raffinierter und es gibt kleine Änderungen: der PopUp Mülleimer steht weiterhin draußen, hat aber mittlerweile einen festen Platz neben der Tür. Somit ist es uns möglich auch von innen den Müll direkt in den Behälter zu werfen. Weiterhin bewähren sich unsere Gummistiefel. Leicht an- und auszuziehen, helfen sie den Wohnwagen schuhfrei zu halten. Außerdem dienen sie als erheblich guter Schutz vor morgendlicher Nässe/Morgentau und die Straßenschuhe bleiben trocken einsatzbereit bis die Sonne das Meiste getrocknet hat. Auch zum Duschen gehen oder für den schnellen Toilettengang finden sie ihren Einsatz. Ganz besonders toll sind sie zum Entleeren von Grauwasser oder dem Urinbehälter, falls doch mal irgendwie etwas daneben spritzt, ist es auf den Gummistiefeln leicht zu entfernen.
Am 2. Tag machen wir einen schon zur Routine gewordenen Rundgang über das gesamte Gelände. Das Ausmaß der Platzes wird offensichtlich. Anfänglich war es ein Campingplatz im Wald mit ein paar Parzellen. Jetzt ist es ein Campingplatz im Wald mit sehr vielen Parzellen, Bungalows und Dauerstellplätzen. Es gibt einen kleinen Spielplatz, ein Restaurant, Volleyball- und Fußballfeld, Hühner und bei meinen Kindern außerordentlich beliebt einen Parcour zwischen Bäumen entlang mit abschließender Seilbahn. Dieser kostet zusätzlich kleines Geld, ist meiner Meinung nach jeden Cent wert. Was mir noch auffällt ist die Möglichkeit den Kastenwagen zu waschen. Anfänglich schien es mir eine verrückte Idee, mittlerweile überlege ich: Ob wir das auch mal machen sollten?

Mein absolutes Highlight ist der „social local“ Treffpunkt. Hier stehen außerhalb wie innerhalb (überdacht) mehrere Bänke, Stühle und Tische zur freien Verfügung für Jedermann und Jederfrau. In dem Gebäude gibt es sogar einen Kühlschrank und Mikrowellen. Bei unseren Aufenthalt von 3 Nächten über sehe ich vereinzelt Personen(Gruppen), die diese nutzen. Ich kann mir reges Treiben während der Hochsaison verstellen.

Auch erwähnenswert ist das hervorragende Internet auf dem Platz, mein Mann ist für seinen Arbeitseinsatz am Laptop begeistert. Das ist, denke ich, gleichzusetzen mit den überall vorhandenen Kameras. Auf jeden Weg ist eine Kamera gerichtet. Das ist mir bislang so nicht bekannt.
Der Check Out ist bei La Fageda eine entspannte Angelegenheit: die Uhrzeit ist gleich, kann also auch abends sein, lediglich die Karte zum Öffnen der Schranke muss rechtzeitig bei der Rezeption abgegeben werden. Da diese 19 Uhr schließt, bis dahin. Auch wir nutzen diese entspannte Haltung für den CheckOut und verlassen diesen für uns wunderbaren Ort.



Kommentare